Das "Theater con Cuore" von Virginia und Stefan P. Maatz aus Schlitz präsentiert das Stück nach dem Roman "Tanz der Vampire" von Roman Polanski in einer Inszenierung für ein Figurentheater. Die beindruckende, bis in den Zuschauerraum hineinragende Bühne dient dabei als stilisierter Kutschschlitten, der als Bindeglied der Bühnenbilder "Gasthof" und "Schloss" wirkt. Die offene Spielweise von Virginia und Stefan Maatz mit den direkt geführten Figuren lässt die Darsteller als Ensemble agieren und die Charaktere und Eigenarten der dargestellten Personen vermitteln. Bereits am Nachmittag sind die kleinen Puppenspielliebhaber und ihre Eltern zu einem Familienstück mit Fischers Marionettentheater aus Frankenberg eingeladen. Johannes und Bettina Fischer zeigen in ihrem traditionellen Theater mit großen Marionetten in einer zauberhaften Kulisse das Märchen der Gebrüder Grimm "Rumpelstilzchen". Während Virginia und Stefan Maatz erstmals am traditionellen Marionettenspieltag teilnehmen, sind die Fischers hier bereits von Anfang an als Stammgäste dabei. Der Marionettenspieltag ist nicht nur ein Treffpunkt für das klassische Publikum. Hier versammeln sich einmal im Jahr die Familien der alten Puppenspielerdynastien, die schon vor über hundert Jahren durch die Region zogen. Lange genug zurück gerechnet, sind sie so wohl irgendwie alle miteinander verwandt. An wohl kaum einer anderen Stelle ist die Konzentration von traditionellen Marionettentheatern größer, als beim Marionettenspieltag. Mit dabei ist immer auch ein kleiner Tross aus Theaterwissenschaftlern, Theaterpuppen- und Bühnensammlern sowie regionalen Heimatfreunden. Mitarbeiter des Kreismuseums wie Ralf Uschner, das Kulturamt Elbe- Elster, der Theaterwissenschaftler Dr. Olaf Bernstengel aus Dresden und Fischers Marionettentheater aus Frankenberg halten derzeit im Hintergrund die Fäden in den Händen. Der Historische Marionettenspieltag wurde vor 15 Jahren erstmals in Kraupa veranstaltet. Grundlage war vor über 250 Jahren der Puppenspieler Wolf, welcher sich in Kraupa niederließ. Ihm folgten weitere Vertreter dieser Zunft, die den Raum zwischen Saathain, Elsterwerda, Bad Liebenwerda und Kraupa unbewusst zur Wiege des Mitteldeutschen Wandermarionettentheaters entwickelten. Gemeinsam mit dem Kreismuseum Bad Liebenwerda ließen Mitte der neunziger Jahre der inzwischen verstorbene Puppenspieler Karl Gierhold aus Dobra und der heute über 80-jährige Altmeister Harry Hähnel aus Torgau gemeinsam mit ihren Familien diese Tradition, die seitdem regelmäßig am Palmsonntag vor Ostern veranstaltet wird, wieder aufleben. Vor drei Jahren zog der Marionettenspieltag von Kraupa nach Hirschfeld um, wo er seit dem im "Oberen Gasthof" alljährlich einmal stattfindet.