In den USA hat sich erstmals nachweislich ein Mensch beim ungeschützten Sex mit dem Zika-Virus infiziert. Der Patient habe sich bei jemandem angesteckt, der aus Lateinamerika zurückgekehrt sei, meldete die Gesundheitsbehörde in Dallas (Texas). In der Regel übertragen Stechmücken den Erreger, der möglicherweise Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen verursacht. In Deutschland wurde inzwischen ein neuer eingeschleppter Zika-Fall bekannt. Das Risiko einer Ausbreitung in Deutschland und Europa halten Experten aber für gering.

Der Patient aus Nordrhein-Westfalen hatte sich in Venezuela angesteckt. Er kam mit typischen Zika-Symptomen wie Fieber, Ausschlag und einer Bindehautentzündung in die Düsseldorfer Uniklinik. Die Infektion sei nach wenigen Tagen vollständig abgeklungen, teilte das Krankenhaus am Mittwoch mit. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg bestätigte die Diagnose.

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch in Lateinamerika waren bisher bundesweit fünf Fälle von Reisenden bekannt, die an dem Virus erkrankt waren. Davor hatten bereits fünf Menschen den Erreger bei anderen Ausbrüchen nach Deutschland eingeschleppt. In Frankreich berichten die Behörden von neun Fällen und mehr als 2500 in den Überseegebieten. Gesundheitsministerin Marisol Touraine rät Schwangeren deshalb von einer Reise dorthin ab.

Forscher hatten schon länger den starken Verdacht, dass der Erreger beim Geschlechtsverkehr weitergegeben werden kann. "Jetzt wissen wir, dass das Zika-Virus durch Sex übertragen werden kann", sagte Zachary Thompson, Direktor der Gesundheitsbehörde des Bezirks.