Wright die Welt nicht mehr verstanden. Da hatte er doch nur seinen Torerfolg im Oberliga-Spitzenspiel gegen den BFC Dynamo bejubelt und daraufhin schickte ihn der Schiedsrichter mit Gelb-Rot zum Duschen. "Keine Ahnung, dass dies in Deutschland verboten ist", gab Christopher Wright, den sie alle nur "Chris" nennen, damals zu Protokoll. Tagelang ärgerte sich der Kalifornier über sein Missgeschick, wusste er doch, seiner Mannschaft in Ludwigsfelde nicht helfen zu können. Schon am nächsten Spieltag aber, da kam er zurück. Und wie. Gleich drei Tore erzielte er bei der Partie gegen Lichtenrade im Südstadion und fast wäre ihm noch vor der Pause der Hattrick geglückt. Auch ohne dieses Kunststück war es ein glücklicher Tag für den Mann, der 20 Kilometer von Sacramento entfernt zu Hause ist. Und auch am vergangenen Spieltag war der US-Boy mit zwei Toren gegen den Greifswalder SV wieder erfolgreich. Ein Deutschland erfahrener Sportlehrer aus seiner Nachbarschaft empfahl dem groß gewachsenen Angreifer im letzten Winter, sein Fußball-Glück in Deutschland zu suchen. Auf eigene Kosten reiste er nach Cottbus und spielte zwei Wochen lang bei Energies Amateur-Coach Detlef Ullrich vor. Der war schließlich davon überzeugt, dass jener Chris Wright ihm und in absehbarer Zeit auch den Profis des FCE helfen kann. Ablenken lässt er sich von seinem großen Ziel, Bundesliga-Profi zu werden, in keinster Weise. Die Freizeit wird nicht für sonstige Hobbys genutzt. Jede freie Minute nutzt er, sein ohnehin gutes Deutsch, weiter zu verbessern. So hat der 23-Jährige noch nicht allzu viel von seiner zweiten Heimat gesehen. Grundsätzlich aber findet er Cottbus noch recht überschaubar. Kein Wunder, werden in Fair Oaks, wo er zu Hause ist, nur 30 000 Einwohner gezählt. Und vielleicht kann er schon bald seinem ausgesprochen sportlichen Elternhaus (Vater ist Fußball-, die Mutter Volleyball-Trainerin) nicht von weiteren Toren, sondern vom ersten Training bei den Zweitligaprofis berichten. ski