Der 73-Jährige akzeptierte das Urteil und wird nun in eine psychiatrische Haftanstalt verlegt. Nach vier Prozesstagen sprachen die Geschworenen Fritzl einstimmig in allen Anklagepunkten für schuldig, darunter Inzest, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und Sklaverei. Am schwersten wog der Mord durch Unterlassen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Fritzl es bewusst unterließ, eines mit seiner Tochter gezeugten Kinder von einem Arzt behandeln zu lassen. Der Junge starb 1996 nur 66 Stunden nach der Geburt. Josef Fritzl nahm den Schuldspruch ohne Regung auf und verzichtete auf Rechtsmittel. "Ich nehme das Urteil an", wiederholte er mehrmals. Der 73-Jährige hatte am Mittwoch überraschend ein volles Geständnis abgelegt. Fritzl betrachte das Urteil als gerecht, sagte sein Anwalt Rudolf Mayer. Angesichts von Mord, 3000-facher Vergewaltigung und 24 Jahren der Einkerkerung seiner Tochter sei nichts anderes zu erwarten gewesen.Elisabeth Fritzl meldete sich zum Abschluss des Prozesses zum ersten Mal öffentlich zu Wort. Über ihre Anwältin Eva Plaz ließ sie erklären, sie wünsche, dass ihr Vater nie mehr in Freiheit kommt: "Sie will, dass der Angeklagte bis zum Tod zur Verantwortung gezogen wird." Das Urteil wurde sofort rechtskräftig. Eine Entlassung wäre "rein theoretisch" frühestens nach 15 Jahren denkbar, sagte ein Gerichtssprecher. Weil Fritzl selbstmordgefährdet ist, wird er weiterhin psychiatrisch betreut.