Gegen Unwetterschäden können sich Haus- und Autobesitzer mit einer Versicherung absichern. Bevor Betroffene mit dem Aufräumen beginnen, empfiehlt es sich aber, die Schäden für die Versicherung zu dokumentieren, erklärt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Beschädigte Gegenstände sollten zum Schadensnachweis am besten aufbewahrt werden. Ist dies nicht möglich, werden sie fotografiert oder gefilmt. Wann kommt aber welche Versicherung für Schäden auf?

Sturm: Sturmschäden sind über die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abgesichert, wenn nachweislich ein Sturm die Ursache war. Ein Sturm muss dafür mindestens Windstärke acht erreichen. Die Gebäudeversicherung zahlt Schäden am Haus wie abgedeckte Dächer. Sie kommt auch für Folgeschäden auf, wenn zum Beispiel durch das vom Sturm beschädigte Dach Regen eindringt und Wände oder Fußböden beschädigt werden. Für weitere Schäden - fällt etwa ein abgeknickter Baum auf das Hausdach oder gehen Gartenmöbel zu Bruch - kommt die Hausratversicherung auf. Gartengeräte, -möbel, Grills, aber auch Fahrräder sollten allerdings in Sicherheit gebracht werden. Denn der Versicherungsschutz gilt nicht für Gartenmöbel und Grills, die im Freien stehen.

Hagel: Auch Hagelschäden sind versichert. Bersten etwa Scheiben durch Hagel, ist nach Angaben der Verbraucherzentrale die Wohngebäudeversicherung zuständig. Vor einem Hagelsturm sollten Vorkehrungen getroffen werden. So empfiehlt etwa Sylvine Löhmann, Schadensexpertin bei der R+V Versicherung, die Rollläden nicht herunterzulassen. "Das gilt zumindest für Kunststoffläden. Fensterglas hat hier einen deutlich besseren Hagelwiderstand." Wenn tatsächlich ein Fenster zu Bruch geht, ist ein unversehrter Rollladen sogar ein wichtiger Schutz und kann als "Erste-Hilfe-Maßnahme" heruntergelassen werden. Anders ist die Situation bei Rollläden aus Holz oder Klappläden. Diese sind normalerweise so robust, dass sie die Scheiben schützen. Fenster und Türen müssen im Gegensatz zu den Rollläden bei Hagel geschlossen bleiben. "Am gefährdetsten sind Dachfenster. Die Bewohner sollten sich fernhalten, bis das Unwetter vorbei ist", so Löhmann.

Schäden durch Blitze: Schlägt ein Blitz in das Haus ein, und es bricht ein Feuer aus, ist der entstandene Schaden von der Versicherung gedeckt. Überspannungsschäden an elektrischen Einrichtungen, die auf Blitzschlag beruhen, werden aber in der Regel nicht übernommen.

Kfz-Versicherung: Die Teilkasko-Versicherung deckt in der Regel die Kosten ab, die durch Gewitter verursacht worden sind. Sturm- und Hagelschäden am Auto sind aber nur dann mitversichert, wenn mindestens eine Teilkaskoversicherung besteht. Haben Autobesitzer nur eine Haftpflichtversicherung, gehen sie leer aus. Auswirkungen auf den Schadensfreiheitsrabatt hat die Inanspruchnahme der Versicherung bei einem Gewitter-Schaden nicht.

Der Versicherung muss die Möglichkeit gegeben werden, den Schaden vor der Reparatur in der Werkstatt begutachten zu lassen. Vor der Fahrt in die Werkstatt sollten Betroffene daher mit ihrer Versicherung Kontakt aufnehmen.

Überschwemmung: Eine Hausrat- oder Gebäudeversicherung kommt für Schäden durch Grundwasser, Hochwasser oder Regen nicht auf. Daher sind die vollgelaufenen Keller laut dem Bund der Versicherten (BdV) in der Regel nicht versichert. Nur wenn der Kunde auch sogenannte Elementarschäden abgesichert hat, besteht Versicherungsschutz. Eine Elementarschadensklausel in den Verträgen gleicht dann Schäden durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdrutsch oder auch Lawinen aus. Allerdings muss diese Vertragsoption gesondert abgeschlossen werden.

Panorama, Seite 24