Seit Einführung der Zeitumstellung in Deutschland im Jahr 1980 wird regelmäßig über ihre Abschaffung diskutiert. Die ursprünglich mit der Umstellung verbundene Absicht, das Tageslicht besser zu nutzen und Energie zu sparen, hat sich nach Ansicht von Experten nicht erfüllt.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wird zwar an hellen Sommerabenden weniger Strom für Licht verbraucht. Dafür werde aber mehr Strom bei der abendlichen Freizeitgestaltung – etwa durch erhöhten Fernsehkonsum – benötigt.

Auch die Mehrheit der Deutschen hält die Zeitumstellung für überflüssig. Zwei Drittel können dem laut einer aktuellen Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) nichts Positives abgewinnen. Ausgenommen die jüngeren Leute: 60 Prozent der 14- bis 29-Jährigen freuen sich immerhin über die zusätzliche Mütze Schlaf am Sonntag.

Bei empfindlichen Menschen gerät durch die Zeitumstellung jedoch der Biorhythmus durcheinander. Laut der Umfrage macht vor allem Berufstätigen zwischen 30 und 59 Jahren die Umstellung zu schaffen. Auch geben Frauen deutlich häufiger als Männer an, darunter zu leiden. Sie kämpfen mit Müdigkeit und Schlafstörungen, sind gereizt und unkonzentriert. Womöglich geben Männer aber nur ungern zu, dass sie leiden.

Auch jedes zweite Kind unter drei Jahren und jeder dritte Vier- bis Sechsjährige ist nach der Zeitumstellung tagelang quengelig und müde oder hat Schlafstörungen, wie eine Umfrage aus dem Jahr 2009 zeigte. Auch an jedem vierten Schulkind ging der Zeitwechsel nicht spurlos vorüber.

In der Regel braucht der Körper einige Tage, um sich an die neue Uhrzeit zu gewöhnen, wobei den meisten die Umstellung auf die Winterzeit leichter fällt als der Wechsel zur Sommerzeit. Dabei wird die Uhr Ende März um eine Stunde vorgestellt. Um besser in den neuen Rhythmus zu kommen, empfehlen Experten, auf die innere Uhr zu hören und am Sonntag nun nicht krampfhaft eine Stunde länger zu schlafen.

Technisch funktioniert hingegen alles reibungslos: Taktgeber für den Wechsel von Sommer- zu Winterzeit ist in Deutschland die Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Über einen Sender werden die Signale übertragen, durch die sich die Funkuhren automatisch an die Zeitumstellung anpassen.

Auch bei der Bahn ist die Zeitumstellung Routine: Die rund 40 Nachtzüge halten in der Nacht auf Sonntag an einem Bahnhof entlang der Reisestrecke, um morgens nicht eine Stunde zu früh an ihrem Ziel anzukommen. S-Bahnen, die in Ballungsgebieten am Wochenende bis spät in die Nacht verkehren, sind nicht betroffen und fahren ohne Unterbrechung.

Die Bundesrepublik war – neben Dänemark – 1980 das letzte Land der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG), das sich der in Italien und Frankreich schon seit 1966 und 1967 geltenden Regelung anpasste.