Autos mit zurückgedrehtem Kilometerstand sind womöglich nicht ihrem wahren Verschleiß entsprechend gewartet, warnt der AZT-Experte. Die vom Hersteller vorgegebenen Wartungsintervalle orientieren sich vorrangig an kilometerabhängigen Verschleißgrenzen. Werden sicherheitsrelevante Arbeiten wie der Wechsel der Bremsflüssigkeit nicht rechtzeitig erledigt, weil laut dem gefälschten Tachostand noch Zeit dafür bliebe, könnte ein Technikversagen zu einem Unfall führen.

Auch wenn es nicht so schlimm kommt, sind laut Reinkemeyer schwere Fahrzeugschäden durch verpasste Wartungsintervalle möglich - etwa weil ein überalterter Zahnriemen im Motor reißt. Ob der Tacho eines Gebrauchtwagens manipuliert wurde, sei für Laien kaum erkennbar. Haben Fahrzeughalter diesen Verdacht, weil etwa die Innenausstattung trotz vermeintlich geringer Laufleistung stark verschlissen ist, wenden sie sich am besten an eine Werkstatt oder Kfz-Prüfstelle: Fachleute können dort nach weiteren Spuren eines Tachobetrugs suchen.

Tachomanipulation ist weit verbreitet: Nach Schätzungen von Polizei und ADAC wird in Deutschland bei fast jedem dritten Gebrauchtwagen vor dem Verkauf der Kilometerstand geschönt.