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| 02:39 Uhr

Unfälle in der närrische Zeit sind oft nicht versichert

Im Karneval sollte man auf der Hut vor Unfällen sein.
Im Karneval sollte man auf der Hut vor Unfällen sein. FOTO: dpa
Hannover/Köln. Der Countdown läuft: In vier Wochen erreicht die fünfte Jahreszeit ihren Höhepunkt. Ob Prunksitzung, Maskenball oder Umzug - wer sich jetzt in das bunte Treiben stürzt, lässt oft alle Fünfe grade sein. dpa/kr

In ausgelassener Stimmung geschehen Missgeschicke. Viele vertrauen darauf, dass nichts passiert oder jemand für den erlittenen Schaden aufkommt. Das ist nicht immer so. Dirk Höring von der HDI Versicherung erklärt: "Bei Unfällen, die im närrischen Treiben passieren, gibt es keine Leistung aus der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie ist für Freizeitunfälle nicht zuständig. Nur eine private Unfallversicherung bietet dauerhafte Sicherheit - Tag für Tag und rund um die Uhr." In deutschen Haushalten hat aber nur rund jeder Dritte diese Absicherung, wie eine Erhebung des Portals Statista aus 2016 zeigt.

Jecke, die beim Tanzen in einer Bierlache ausrutschen und sich verletzen, können nicht auf Schadenersatz vom Veranstalter hoffen. Denn dieser kann bei solchen Ereignissen nicht vermeiden, dass Flüssigkeiten auf dem Boden landen und hierdurch eine Rutschgefahr entsteht. So entschied das Oberlandesgericht Köln.

Derjenige, der beim Karnevalsumzug von Wurfartikeln getroffen wird, kann ebenfalls keinen haftbar machen. Die Rechtsprechung wertet solche Verletzungen, die bei Brauchtumsveranstaltungen passieren können, als Lebensrisiko. Somit wies das Landgericht Trier die Klage eines Getroffenen ab, der durch eine unglücklich gelandete Kamelle einen Zahn verlor. Das Amtsgericht Köln gestand bei einer Augenverletzung durch einen Schokoriegel ebenfalls keinen Schadenersatz zu. Eine Zuschauerin, die beim Abfeuern einer Kamelle-Kanone ein Knalltrauma erlitt, ging vor dem Landgericht Trier leer aus.