April dieses Jahres ist Franziska Pauliuk nun in China unterwegs. Für die RUNDSCHAU hat sie den folgenden Bericht geschrieben:

Ich bin jetzt in Liuku, in West- Sichuan (südwestlichste Provinz Chinas, an der Grenze zu Birma), und es ist sehr heiß. West-Sichuan grenzt an Tibet und war auch ursprünglich tibetisches Gebiet, bevor es von China besetzt wurde. Ich bin bis auf 4300 Metern Höhe gestiegen, wo es keine Bäume mehr gibt. Aber dafür hat man einen tollen Blick auf die über 6000 Meter hohen, schneebedeckten Berge.

Wenn die Sonne scheint, ist es jedoch richtig heiß, weil Sichuan so weit im Süden liegt. Da oben in den Bergen war die Luft schon ziemlich knapp und ich hab' immer gejapst, sobald ich bergauf steigen musste.

In West-Sichuan leben überwiegend Tibeter, denen macht die Höhe nichts aus. Sie leben noch relativ traditionell, tragen bunte Kleider und werden nicht müde, einfach nur zu gucken. Ich bin aber auch eine Sehenswürdigkeit für die hiesigen Menschen, denn so viele westliche Touristen gibt es noch nicht. Alle, die ich kennengelernt habe, sind wirklich herzlich, und ich wurde schon zu Butter-Tee, Fladenbrot und Joghurt eingeladen.

Die Tibeter sind Buddhisten, und man kann überall Tempel, Klöster, Gebetsmühlen und Gebetsfahnen sehen. Die Menschen hier sind unglaubliche Künstler was Malerei, Schnitzerei, Sticken, Gesang und Tanz betrifft. Die Tempel und Klöster sind eine Reizüberflutung an Farben und Gerüchen und sind trotzdem Orte der Ruhe. Ich war immer wieder verblüfft, wie die Menschen in einer so rauen Umgebung immer noch so viel Zeit und Energie investieren, diese Kunstwerke zu schaffen und ihren Glauben zu praktizieren.

Nächstes Ziel ist Yunnan, die südwestlichste Provinz Chinas.

Bereits 2005 bereiste Franziska Pauliuk für zehn Monate Neuseeland. Darauf folgte von Oktober 2010 bis Juli 2011 eine Südamerika-Reise, wobei sie sogar auf einem Segelboot bis in die Antarktis vordrang. Als sie wieder in Deutschland war, berichtete sie mit Lichtbildervorträgen über ihre abenteuerlichen Erlebnisse.