Danach aber wird's relativ langweilig, vorhersehbar und durch die gefühlt Dutzenden Rückblenden schwer zu ertragen. Die verschiedenen Zeitebenen fordern nicht nur eine hohe Konzen tration. Sie wirken auch überdreht, und damit unglaubwürdig. Dass der Verlust seines eigenen Babys schmerzvoll ist, muss dem Zuschauer nicht pausenlos vor Augen geführt werden. Zu selten sind dafür Bilder aus dem Spreewald. Und wenn er gezeigt wird, wirkt er wegen des wieder eingesetzten Filters mystischer, als er eigentlich ist. Übertrieben wirken auch die Charaktere der Einheimischen - so wie schon in den vorangegangenen Folgen. Als gebe es hier nur ver- und zerstörte Existenzen, die Kleidung aus den 1930-er Jahren tragen. Was das Schauspiel angeht, überzeugt (wieder) Christian Redl. Wenn der ansonsten wortkarge Hauptkommissar Krüger einen Whiskey zu viel intus hat, läuft er bei seinen Ermittlungen zur Hochform auf. Für kurze Momente wird es sogar amüsant. Thomas Loibl gefällt ebenfalls. Der Herr Matzke droht an dem Druck seiner an das ländliche Volk gemachten Versprechungen zu zerbrechen. Er übertreibt nicht und bleibt authentisch - "Die Tote im Weiher" leider nicht.

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