Engel verkauft nicht nur Räder und schraubt mit Begeisterung an ihnen in seiner Werkstatt herum, mindestens einmal pro Woche steigt er für eine längere Tour auf sein Rennrad. Der Höhepunkt eines jeden Jahres ist für ihn ein einwöchiger Ausflug vom Schwarzwald über die Alpen zur Côte d'Azur. Dann legt er mit seiner Gruppe 100 bis 200 Kilometer am Tag zurück. Diese Begeisterung fürs Radfahren kommt nicht von ungefähr. Engel war von 1967 bis 1972 Radrennfahrer und danach lange Zeit als Trainer tätig. Auch der Gubener Profi Danilo Hondo gehörte einst zu seinen Schützlingen. Mittlerweile konzentriert er sich komplett auf sein Fahrradgeschäft, das "Radsporthaus Guben". Für sich bevorzugt Engel ein Rennrad. Dieses zeichnet sich durch eine extrem leichte Bauweise aus. "Die dünnen Reifen bergen jedoch Tücken", berichtet er. "Der Fahrer merkt jede Bodenwelle, außerdem muss der Straßenbelag gut sein, ansonsten geht's nicht voran." Er empfiehlt, dass nur Menschen mit sehr sportlichen Ambitionen zu einem Rennrad greifen sollten, "da es nicht auf Komfort sondern Leistung ausgelegt ist", so Engel. Begehrt bei jüngeren Menschen ist momentan das Trekking-Rad. "Es sieht sportlich aus, fährt sich allerdings recht bequem", erzählt er. Es sei für längere Touren geeignet, "fühlt sich aber nicht nur auf Asphalt wohl, auch Schotter und Waldwege sind kein Problem". Das Mountainbike sei noch vor wenigen Jahren der Renner unter Jugendlichen gewesen, sagt Engel, "mittlerweile ist das Geschäft damit fast komplett eingebrochen". Im Gegensatz zum Trekking-Rad ist es schwerer zu fahren und weniger für den Alltagsgebrauch gedacht, als für Menschen, die sich vor allem im Gelände austoben wollen. Ein optischer Genuss sind die Cruiser, mit ihrer geschwungenen Rahmenform. "Die Reifen sind ordentlich dick und sorgen für eine gute Federung", berichtet Engel. Die Ausstattung ist einfach gehalten, das Gewicht der Räder aufgrund der schweren Reifen und Rahmen sehr hoch. "Junge Menschen, die einfach ihre Runden durch die Stadt drehen wollen, fühlen sich darauf pudelwohl", so Engel. Am besten verkaufen sich jedoch bei ihm die Tourenräder. Diese sind speziell für den Alltagsgebrauch ausgelegt. "Mit einer Sieben-Gang-Schaltung fühlt sich niemand überfordert", sagt Engel. "Aber mit so wenig Gängen sind sie für längere Strecken und fürs Gelände natürlich nicht zu empfehlen." Besonders ältere Menschen würden in seinem Geschäft zu diesem Fahrrad-Typ greifen. Er bietet beispielsweise mit einer hohen Lenker-Position eine eher aufrechte und somit rückenschonende Sitzhaltung. Zudem rät Engel zu einem Multifunktionslenker: "Es gibt mehrere Griffmöglichkeiten, sodass die Hände nicht ermüden oder verkrampfen."