Der Mann soll mit einem Komplizen im Jahr 2012 ein sogenanntes Botnetz aufgebaut haben. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von Rechnern, die von Kriminellen gekapert und für eigene Zwecke genutzt werden. Der Angeklagte soll die Leistung der gekaperten Rechner genutzt haben, um virtuelles Geld in der digitalen Währung Bitcoin zu generieren.

Bitcoins können ganz legal am Computer berechnet werden. Das sogenannte "Mining" (Schürfen) verbraucht allerdings sehr viel Rechenleistung. Das bewegt Kriminelle dazu, fremde Rechner zu kapern, um diesen Aufwand auf die Opfer abzuwälzen.

Es ist das zweite Mal, dass der Angeklagte wegen dieser Sache vor Gericht steht. 2014 war er bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen hatte er erfolgreich Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und verwies den Fall zur Neuverhandlung an eine andere Kammer des Landgerichts Kempten zurück.

Zum Prozessbeginn wies der Angeklagte die Vorwürfe zurück. Er erklärte: "Ich kenne mich mit Computern nicht aus". Sein Laptop sei fremdgesteuert gewesen. Ein Unbekannter habe ihm angeboten, einen Laptop günstig zu erhalten, unter der Bedingung, dass die Person dann gelegentlich auf das Gerät zugreifen kann.