Die beiden Staaten Österreich und Deutschland stellten wieder die zahlenmäßig größten Delegationen. Die Feuerwehrhistoriker aus europäischen Ländern bekräftigten die Wichtigkeit der Veranstaltung. Besonders in der heutigen Zeit, in der die ganze Welt vernetzt ist und große Distanzen durch Europa keine Rolle spielen, sei ein persönlicher Gedankenaustausch samt gegenseitiger Information weit über die eigenen Landesgrenzen hinweg unverzichtbar.

Als Tagungsort war diesmal das Begegnungszentrum des tschechischen Feuerwehrwesens gewählt worden. In Pribyslav ist der Sitz der CTIF-Kommission „Feuerwehr- und CTIF-Geschichte, Museen und Dokumentation“. Die feierliche Eröffnung der Veranstaltung im Saal des Schlosses stand unter der Schirmherrschaft der staatlichen Leitung der Feuerwehren Böhmen, Mährens und Schlesiens im Nachbarland und des Leiters des Begegnungsstätte; Dr. Jiri Patek sowie des Bürgermeisters aus Pribyslav, Jan Stefacek.

Nach der feierlichen Eröffnung der Tagung gab es den Festempfang im Feuerwehr-Hotel.

Das diesjährige Tagungsthema „Feuerwehr- und Turnerbewegung“ war der Leitfaden aller Vorträge.

„Dieses 19. Symposium der Feuerwehrgeschichtsforscher Europas gilt der Erforschung der Einflüsse der Turner auf die etwa ab dem Jahr 1840 erfolgten Feuerwehrgründungen, besonders im deutschsprachigen Raum von Europa“, so der Obmann des Feuerwehrverbandes Böhmens, Mährens und Schlesiens, Ing. Karel Richter, in seinen Begrüßungsworten.

Zwölf europäische Nationen, Deutschland, Österreich, Kroatien, Slowenien, Slowakei, Schweiz, Italien/Südtirol, Frankreich, Finnland, Niederlande, Polen, und Tschechische Republik, haben ihre vielseitige Turner-Feuerwehrgeschichte in dem 470 Seiten starken Tagungsband mit 38 Aufsätzen gesichert.

Der Nachwelt gesichertUnermüdliche Forschung und Niederschrift der historischen Begebenheiten waren nötig, um all die wichtigen Informationen für die Nachwelt erhalten zu können. Ein Beitrag der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte im CTIF widmet sich dem Gedenken des am 23. Januar 2011 verstorbenen tschechischen Feuerwehrführers und das Ehrenmitglieds, JUDr. Miroslav Repisky.

Im Anhang des Bandes sind alle bisherigen Tagungsthemen mit den verschiedensten Abhandlungen und die Autoren aufgelistet, so Feuerwehrgründungen, soziale Absicherung, Samariterdienst, hand- und tiergezogene Technik, Ausbildung, die Wege der freiwilligen Feuerwehr zum CTIF, Automobilisierung, Uniformierung, Feuerversicherungsanstalten, Auszeichnungen, Jugend und Frauen, der heilige Florian als Schutzpatron, Brandschutz unter autoritären Regimes, staatliche Ehrenzeichen, Betriebsfeuerwehren, Firmengeschichten für Feuerwehrgeräte, Feuerwehrfachpresse und Zeitungen, Entwicklung des Kopfschutzes, die Feuerwehr als Kulturträger, Feuerwehr Verbände.

Der Vertreter des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg e.V. und der Freiwilligen Feuerwehr Finsterwalde hat den Beitrag „Niederlausitzer Turner gründeten Feuerwehren im Land Brandenburg“ bearbeitet, dort vorgetragen und zur Diskussion gestellt. Im Beitrag werden elf Südbrandenburger Städte (Cottbus, Lübben, Spremberg, Guben, Calau, Finsterwalde, Luckau, Peitz, Vetschau, Senftenberg, Kirchhain) betrachtet und dabei die Turner-Aktivitäten und die sehr verschiedenen sozialen Strukturen der Turnvereine sowie der Feuerwehren untersucht.

Mit Erstaunen wurde dabei festgestellt, dass nicht überall die Initiativen der Turner zur Gründung standen. In vier Städten mussten die Turner erst durch Aufforderungen von Seiten des Magistrats beziehungsweise der Bürgermeister ermuntert und gefordert werden.

Den kulturellen Beitrag der diesjährigen Veranstaltung bildete der Besuch der 1753 im Barockstil errichteten Kirche des Heiligen Johannes des Täufers. Auch ein Besuch bei der Pribyslaver freiwilligen Feuerwehr gehörte zum Programm.

Nächste Tagung 2012Die nächste Tagung der Internationalen Arbeitsgemeinschaft findet im Herbst 2012 in Arnheim/Niederlande statt. Das Thema dieser Tagung lautet „Entstehung und Entwicklung der Berufsfeuerwehren“.

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Zum ThemaDas CTIF (Comité Technique International de prévention et d'extinction du Feu; deutsch: Internationales technisches Komitee für vorbeugenden Brandschutz und Feuerlöschwesen) ist eine internationale Organisation zur Förderung der weltweiten Zusammenarbeit zwischen Feuerwehrmitgliedern und weiteren Experten im Feuerwehr- und Rettungswesen. Heutzutage zählt das CTIF 48 Mitgliedsländer und 46 angeschlossene Mitglieder. Quelle: Wikipedia