"Es ist nicht immer leicht, etwas Neues zu machen", begrüßte Ralf Donat, Projektleiter der Heinz-Sielmann-Stiftung, die Besucher im Empfangsraum. "In diesem Jahr wollen wir international in die neue Saison starten." Der Wandel, der sich in der Bergbaufolgelandschaft vollzogen habe, "soll auch in den Ausstellungsräumen spürbar werden". So zieren die Wände dort Bilder von Kolibris, Papageien, aber auch vom rund um Luckau heimisch gewordenen Waschbär die Wände. Die Fähigkeit und Geduld, diese Tiere bildlich so festhalten zu können, brachte Prosický im Jahr 2007 in das Finale des Wettbewerbes "Wildlife Photographer oft the Year", nannte Donat einen Erfolg des international arbeitenden Fotografen. "Mein Mann ist dafür in der ganzen Welt unterwegs", sagte Ehefrau Marta, die den jüngsten Familiennachwuchs, Sohn Oliver (15 Monate), auf dem Rücken trug. Kraniche als MotivAuf der Suche nach Kranichen habe es den Tschechen aus dem Böhmerwald auch nach Wanninchen verschlagen, wo jährliche mehrere Tausend dieser Vögel ihren Schlafplatz aufschlagen, erinnerte sie sich. Milan Podany, Fledermausexperte und ebenso Fotograf, habe den Kontakt zu dem Mann aus dem Böhmerwald hergestellt, blickte Donat zurück. "Wir sollten über den Tellerrand hinausschauen. Auch im Osten gibt es fähige Fotografen", erklärte Podany. Als Maler habe sein Landsmann angefangen, dabei unter anderem Bilder aus der Zeitschrift "Geo" abgezeichnet. "Mittlerweile hat er schon einige Fotos in der ‚Geo' veröffentlicht", erläuterte der Fledermausexperte den Werdegang. "Mein Mann ist dafür teilweise in Ecken der Welt unterwegs, die man sonst gar nicht kennen würde", ergänzte Marta Prosický. Manchmal reise die Tschechin auch mit. "Zu sehen bekomme ich aber meist erst eine kleine Endauswahl der Fotos", gab sie zu. Erst dann dürfe sie schon mal mitreden. Ihr Mann war längst in zahlreiche Gespräche vertieft. Viele Ausstellungsbesucher wollten wissen, wie der Fotograf solche Momentaufnahmen vor die Linse bekommt. "Ich nehme drei bis zehn Meter Abstand zu den Motiven", beantwortete Ondrej Prosický die Frage von Andreas Funke. Der Lübbener Fotograf, der "sonst eher Frauen in erotischen Posen festhält", war erstaunt über die Vorgehensweise des Tschechen. "Die Fotos werden am Computer nicht mehr nachbearbeitet", erfuhr Funke. Lediglich der Kontrast werde nachträglich verändert.Schwere MomentaufnahmenEinen Kolibri trotz eines Flügelschlages von 40 Schlägen pro Sekunde so zu erwischen, das sei einzigartig, so der Lübbener nach einem Blick auf das Bild. "Dafür habe ich eine Brennweite von 4000 Millimetern verwendet, erläuterte der Tscheche seinem Berufskollegen. "Ich habe dafür in Südamerika zwei Tage lang auf der Lauer gelegen, mehrere Tausend Fotos gemacht und schließlich Erfolg gehabt", erklärte Ondrej Prosický am Beispiel des Kolibris.Es sei schön, "das ein solch erfolgreicher Künstler in Wanninchen ausstellt", sagte Reinhard Knuth. Der Luckauer, der vor 45 Jahren den Fotoclub in der Berstestadt gegründet hatte, sei ebenso Naturfotograf. "Das ist die Oberklasse, die wir bei der Vernissage betrachten dürfen", schätzte Knuth ein. hb