Mit einem Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte sich der ZDF-Moderator sogar die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugezogen. Böhmermanns Formulierungen im "Neo Magazin Royale", die unter die Gürtellinie zielten, seien "bewusst verletzend" gewesen, rügte die Kanzlerin.

Für einen anderen Aufreger wird er dagegen ausgezeichnet: Für seine Fake-Fake-Satire um den Mittelfinger des griechischen Ex-Finanzministers Yanis Varoufakis soll der 35-Jährige morgen in Marl den Grimme-Preis entgegennehmen. Böhmermann hatte in der Griechenland-Krise Verwirrung gestiftet, als er behauptete, ein umstrittenes Youtube-Video mit Varoufakis gefälscht zu haben. Böhmermann gebühre das Verdienst einer großen Medienkritik, hatte die Grimme-Preis-Jury ihre Entscheidung begründet. Er habe die Medienrepublik in Aufruhr versetzt und dafür gesorgt, dass es einen Moment des Innehaltens gegeben habe.