Auf dieses Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe (Az.: 14 Wx 76/11) weist der Deutsche Anwaltverein hin.

Die Erblasserin hatte mit ihrem Mann ein Adoptivkind angenommen. Sie setzte ein Testament auf, wonach eine ihrer Schwestern Alleinerbin sein sollte. Diese starb jedoch vor der Erblasserin. Auch der Mann war in der Zwischenzeit verstorben. Im Testament fand sich kein Hinweis auf weitere Erben. Nach dem Tod der Erblasserin beantragte nun das Adoptivkind einen Alleinerbschein. Dies rief die andere Schwester der Verstorbenen auf den Plan, die ebenfalls einen Alleinerbschein beantragte. Vor dem Nachlassgericht ging das Adoptivkind leer aus.

Zu Recht, wie das Oberlandesgericht entschied. Das Testament bedürfe einer Auslegung. Dabei sei der Wille der Erblasserin zum Zeitpunkt der Errichtung des Testaments entscheidend. Danach sei klar, dass die jüngere Schwester alles erben solle, nicht das angenommene Kind. Sie wollte der Adoptivtochter nichts zukommen lassen. Deshalb müsse das Testament so ausgelegt werden, dass die andere Schwester Alleinerbin werde.