Die im Nordosten gelegenen Städte Sambava, Antalaha und Maroantsetra sind nach Medienberichte von gestern ohne Strom. Die Telefonleitungen sind zerstört, die Verbindung zur Außenwelt ist abgebrochen. Antalaha, die Welthauptstadt für Vanille, sei zu 90 Prozent zerstört, hieß es. Zu den beschädigten Gebäuden zählen auch die der Polizei und der Hilfsorganisation Care International.
In Maroantsetra haben die heftigen Windböen einen Teil des Gefängnisdaches abgedeckt und die Stromversorgung unterbrochen. Zehn der Insassen nutzten die Chance und flüchteten im Dunkel der Nacht. Drei von ihnen wurden jedoch kurze Zeit später wieder eingefangen. Bei den drei Zyklonen der vergangenen Wochen wurden rund 45 000 Madagassen obdachlos, davon 18 000 in der Hauptstadt Antananarivo. Die Regierung hatte nach den Verwüstungen den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten.
Seit dem 25. Dezember vergangenen Jahres tobten insgesamt vier heftige Zyklone über das bitterarme Land; ein Großteil der Reisernte wurde vernichtet, 85 000 Hektar Anbaufläche sind überschwemmt. Die tagelangen pausenlosen Regenfälle forderten bisher mindestens sieben Menschenleben.
(dpa/uf)