Im Rollstuhl und mit Rollator machten sich Bewohner des Lebenszentrum am Schloss auf den Weg in die Förderschule gleich neben der Schwimmhalle. Sie waren eingeladen von den Mitgliedern der AG "Helfer mit Herz". Pauline, Maike, Alex und die beiden Stefanies gehören zu dem Dutzend Schülern, die sich seit dem Sommer zusammengefunden haben, um Gutes zu tun. Jeden Dienstagnachmittag sind sie im Seniorenheim in der Brandenburger Straße. Sie lesen vor, spielen oder reden einfach mit den "älteren Leutchen", wie sie sie liebevoll nennen. Mittwoch ist Markttag, da werden die Schüler von den Bewohnern schon erwartet, denn auf die leckere Bratwurst oder das Eis möchten einige nicht mehr verzichten. Sie holen die Bewohner ab und begleiten sie zum Markt. Von einigen Händlern werden sie dann mit einem Hallo begrüßt.

Das ist aber alles nicht immer so einfach, gestehen sie ein. Sie mussten lernen, Geduld zu haben und dass man einigen Heimbewohnern nicht einfach eine Bratwurst in die Hand drücken kann. Klein schneiden und auch mal füttern ist dann notwendig. Die anfängliche Scheu ist längst verflogen. Mittlerweile wissen die Jungen und Mädchen, was zu tun ist und was den "Leutchen" gut tut.

Auf ihren Tag der Generationen in ihrer Schule haben sie sich gut vorbereitet, denn zu Besuch sind gute Bekannte, zum Teil schon Freunde.

Wo sie lernen und leben, dass wollten sie ihren "Leutchen" zeigen. So ging es mit den Rollstühlen durch die Klassenräume und die Turnhalle. Die Schüler zeigten ihren Gästen auch das Gymnastikbecken und besuchten die Schülerfirma "KÜSCH", die derzeit Adventsgestecke anfertigen.

Als die Schüler ihren Gästen ihren Projektfilm "Eine bärenstarke Gemeinschaft" zeigten, kam beim Lied "Wir sind die Bären von Finsterwalde" Bewegung rein. Mit einem Applaus belohnten die Senioren die Arbeit der Förderschüler.

Die Arbeit für den Film war es auch, der den Kontakt zu den Bewohnern des Lebenszentrums "Am Schloss" herstellte. Die Interviews mit Videokamera und Mikrofon und die unterschiedlichsten Lebensgeschichten brachte die Generationen näher zusammen.

Stolz berichteten die Schüler, dass sie mit diesem Film Projekt "Brandenburg - das bist du uns wert!" der Stiftung Demokratische Jugend teilnahmen und dafür den ersten Preis bekamen.

Wie es im Leben so ist, hat auch so ein Treffen h eine Schattenseite. Der Weg vom Lebenszentrum zur Schule war für die Senioren und Betreuer nicht einfach, erzählte die Betreuungsassistentin Verena Kärgel. Die Heimbewohner mussten mit ihren Rollstühlen teilweise einen Umweg fahren, da die Gehwege holprig und die Bordsteinkanten zu hoch waren.