Ein solcher Tag wird einer kleinen ländlichen Stadt wie Dahme nicht oft beschert. Minister Jörg Vogelsänger war gekommen, um das für 1,5 Millionen Euro sanierte Kloster einzuweihen. Die Dahmenser und ihre Gäste bekommen damit eine Kulturherberge und Begegnungsstätte, die in der Region ihres Gleichen sucht. Bezuschusst wurde das Vorhaben mit 960 000 Euro aus dem EU-Fördertopf für die integrierte ländliche Entwicklung.

Die Kirche war übervoll. Amtsdirektor Frank Pätzig (parteilos) zeigte sich überwältigt vom großen Interesse der Einwohner. Renate und Wilfried Schmidt aus Rosenthal gehörten zu ihnen. Er habe den Blitzschlag erlebt, der den Turm des Denkmals am 16. Juli 1998 zum Brennen gebracht hatte. Das Haus blieb seit dem leer. "Es ist schön, dass hier nun was passiert. Dahme ist ja schon immer Randgebiet, ob im ehemaligen Kreis Luckau oder auch jetzt im Kreis Teltow-Fläming", sagte der Rosenthaler.

Der Amtsdirektor umriss die wechselvolle Geschichte des um das 13. Jahrhundert entstandene Kloster von Karmelitermönchen. 1747 wurde die Hospitalkirche eingeweiht, 1923 war der letzte große Umbau zu einem Kleinrentnerheim abgeschlossen. Nach der Hüllensanierung für knapp 600 000 Euro glänzt das Kloster nun auch von innen. Pätzig lobte die "sehr gute Entscheidung der Stadtverordneten", fast 600 000 Euro Eigenmittel in den Stadthaushalt dafür einzustellen. Den viermonatigen Bauverzug durch die archäologischen Grabungen schienen angesichts des herausragenden Ergebnisses vergessen zu sein.

Wie Minister Vogelsänger lobte auch der Amtsdirektor die gute Arbeit aller Beteiligten. Die Aufträge seien zumeist an regionale Unternehmen vergeben worden. Zufrieden sind heute die künftigen Nutzer dieser Kulturherberge. Das sind nach Angaben Pätzigs der Behindertenverband Dahme, die Arbeiterwohlfahrt mit ihrer Sozialstation und junge Erwachsene, die in den zweckmäßigen modernen behindertengerechten Räumen im Obergeschoss wohnen und betreut werden. Alle Geschosse sind durch einen Fahrstuhl miteinander verbunden. Genutzt werden kann der große Raum im Erdgeschoss auch von Vereinen und Gruppen. Gisela Scholz und Ruth Hausmann haben sich mit ihren Handarbeits-Frauen bis zum Sommer immer im maroden Haus an der Dresdener Straße getroffen, das nun abgerissen werden soll. "Jetzt sehen wir uns die Räume hier an. Denn bald wollen wir wieder anfangen mit unseren Handarbeiten", erzählte Gisela Scholz. "Das Haus lebt, wenn Menschen davon Besitz ergreifen", sagte Jörg Vogelsänger. Für Dahme sei dieser Tag ein dreifacher Feiertag. Denn für die Sanierung der Kirche St. Marien habe er zuvor 1,5 Millionen Euro aus der ländlichen Entwicklung mitgebracht. Anschließend sei das Kloster eingeweiht worden. Als Drittes sei Dahme die erste Stadt, die Fördermittel für die Stadtentwicklung bis 2016 bekomme.