Über einen Ausbildungsnotstand in der Region und fehlenden Nachwuchs hatte sich Michael Vetter, Chef des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg, kürzlich in einem Beitrag der Lausitzer Rundschau beklagt. Es fehle an Bewerbern und Lehrbetrieben, erklärte er. "Wir können das nicht nachvollziehen", sagt die 20-jährige Carolin Daunheimer. Sie lernt seit zwei Jahren in Cottbus an der Privatschule EDU.CON Campus einen Beruf, der in der Touristikbranche zuhause ist: "Assistent für Tourismus". Die Fächer sind darauf ausgerichtet, sowohl für Gäste als auch für das Unternehmen kompetente Fachleute zu sein. "Wir lernen Sprachen, kennen uns im Rechnungswesen aus, sind in der Datenverarbeitung fit und beherrschen die Wirtschaftslehre", sagt Maria Jerratsch. "In diesem Jahr beenden 34 Schüler diese Ausbildung", berichtet Dieter Tillack, stellvertretender Schulleiter. Praktikumsplätze während der zweijährigen Ausbildung zu bekommen, ist laut Tillack kein Problem. "Am Senftenberger See waren bei der IBA eine Menge Schüler von uns im Einsatz", sagt er. Arbeit in der Tourismusbranche zu bekommen, ist jedoch schwer. Die in der Region agierenden Vereine hätten kaum Geld und stellten kaum Personal ein. "Die meisten Absolventen finden bei Reiseveranstaltern eine Anstellung", sagt Tillack. Das bedeute, dass sie in alle Winde verstreut heute arbeiteten. Einige gingen auch ins Ausland, um sich sprachlich weiterzubilden."Viele von uns wollen in der Heimat bleiben", sagt Maria Jerratsch. Die 20-jährige Hoyerswerdaerin hat in Bremen bei einer Veranstaltungsagentur einen Job in Aussicht. Die Senftenbergerin Carolin Daunheimer hofft, dass sie im Jugend- und Freizeitcamp Hörlitz, wo sie ihr Praktikum absolvierte, übernommen wird. "Ich habe mich dort beworben", erzählt sie. Dass der Nachwuchs im Tourismus ausgeht, kann Tillack für die Zukunft nicht bestätigen. "Wir haben schon wieder eine Menge Bewerber für die Ausbildung im Tourismus." Die Ausbildung zum Assistent für Tourismus, die zwei Jahre dauert, hält Personalmanagerin Marei Grundmann vom Zweckverband Lausitzer Seenland für nicht ausreichend. Die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Touristik und Freizeit, die mit einem IHK-Abschluss verbunden ist, ist fachspezifischer auf touristische Unternehmen mit Hotel und Freizeiteinrichtungen zugeschnitten. Außerdem sei es besser, wenn betriebsbegleitend die Ausbildung des Nachwuchses erfolgt.