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| 01:33 Uhr

Totes Kälbchen an der Hostenmühle

Oberspreewald-Lausitz. Diese Neuigkeit hat sich in Hohenbocka verbreitet wie ein Lauffeuer: Ein neugeborenes Kälbchen liegt frühmorgens tot am Zaun der Winterkoppel zwischen Hosena und Hohenbocka. Pensionsinher und Landwirt Frank Schäfer vermutet als Besitzer einen Wolfsriss. ab

Die Spuren sprechen dafür. Das Veterinäramt des Landkreises schickt den Kadaver am heutigen Dienstag zur Sektion ins Landeslabor nach Frankfurt (Oder). Eine erste Diagnose erwartet Amtstierarzt Jörg Wachtel Ende dieser Woche.

Einen grausigen Fund hat Frank Schäfer bei seiner Routinefahrt zu seiner Mutterkuhherde am Sonnabendmorgen gemacht. Wie an jedem Tag wollte der Inhaber der gleichnamigen Pferdepension und Betreiber eines Landwirtschaftsbetriebes in Hohenbocka schauen, ob Tiere wieder gekalbt haben. 35 Mutterkühe hat er auf der Winterkoppel an der Hostenmühle, einem abgelegenen Waldstück zwischen Hosena und Hohenbocka, stehen. Den Anblick, der ihn erwartet, wird Frank Schäfer nicht so schnell vergessen. Ein erst am Vortag geborenes Kälbchen mit einem Gewicht von ungefähr 35 Kilogramm liegt mit Bisswunden am Hals tot am Weidezaun. Das Kalb ist aufgebrochen und fast komplett ausgeweidet.

Ein hinzugezogener Jäger, der seinen Namen nicht öffentlich nennen will, bestärkt den Besitzer in seinem Verdacht, dass es sich wahrscheinlich um einen Wolfsriss handelt. Frank Schäfer schaltet daraufhin das Veterinäramt des Landkreises ein. Er lädt den toten Tierkörper am Samstagnachmittag auf einen Transporter und übergibt ihn Amtstierarzt Jörg Wachtel. „Wir wollen der Sache auf den Grund gehen“, bestätigt Wachtel. Er hat veranlasst, dass der Kadaver im Landeslabor pathologisch untersucht wird.

Das Vordringen des Wolfes bis in den äußersten Zipfel von Südbrandenburg hält Jana Endel vom Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz für möglich.