"Die größeren Raummaße und die sagenhafte Akustik hier in der Sielower Kirche haben die Aufführung für uns und für unsere Gäste zu einem ganz großen Erlebnis werden lassen", so Anne Schierack nach dem anspruchsvollen 90-Minuten-Programm. Stehende Ovationen gab nach Abschluss des Konzertes und viel Lob von den Zuhörern. Zum Beispiel von Ingeborg Ciofani, die aus Sympathie zu Anke Wingrich (Barockvioline) nach Sielow kam. "Ich hüte ab und an mal die Kinder der Frau Wing rich. Da wollte ich halt mal sehen und hören, was sie so beruflich treibt. Und obwohl ich keine Kirchgängerin bin, hat mir die Passions-Aufführung richtig gut gefallen". Noch weiter ging Helmut Semisch, der zugab, ein ums andere Mal Gänsehaut und dann und wann auch feuchte Augen bekommen zu haben. Was ganz sicher am virtuosen Spiel der Musikanten vom Bach Consort Cottbus und dem Gesang der zehn Damen und Herren der Capella Figuralis lag. Aber auch an Hardy Brachmann: Der Tenor hatte den Part des Evangelisten übernommen und damit die längsten Partituren zu bewältigen, was ihm mit seiner ausgesprochenen Qualität und Souveränität gelang. Nicht zu vergessen aber der "Vater des Konzerts", Christian Möbius. Als Dirigent, wie auch beim Spiel auf dem italienischen Cembalo, übrigens einer Kopie eines Instruments aus dem 17. Jahrhundert, kam der ehemalige Kruzianer absolut überzeugend daher. "Bach ist ja ohnehin der absolut größte Komponist, Werke von ihm darzubieten hat stets mit viel Arbeit zu tun. Hier in Sielow hat es richtig Spaß gemacht. Ich überlege schon, ob wir es nicht hier im Dezember mal mit dem Weihnachtsoratorium probieren sollten." Pfarrer Schütt würde dies gern sehen. Am Samstagabend war er begeistert von "diesem Konzert, das uns einen großartigen Start in die Karwoche beschert hat". Georg Zielonkowski