,,Es war nicht mal unbedingt das Tor, das schöne Gefühl war, wie sich die ganze Mannschaft und Trainer darüber gefreut haben. Alle sind nach vorn gerannt, selbst der Trainer und der Torwart." Torsten Mulka legt unbedingt Wert auf diesen Aspekt und spielt damit die Klasse seines ersten Treffers beim Kolkwitzer SV herunter. Für den Goalgetter Gerd Handreck in der zweiten Hälfte als Stürmer eingewechselt, nahm der eigentliche rechte Außenverteidiger nach 20 Sekunden einen Flankenball mit der Brust an und versenkte diesen im Dreiangel des Dissenchener Tores zum 4:1. Kurze Zeit später war Mulka mit der ganzen Mannschaft samt Trainer im Freudentaumel. Dieses Mannschaftsgefühl sei auch der Grund für Mulka, dass er mit seinen fast 48 Jahren noch Fußball spielt. ,,Und natürlich das Bierchen danach", das gehöre dazu, flunkert Mulka, der schon mit sechs Jahren die Töppen für den Kolkwitzer Verein schnürte.

Schaut man in den Lebenslauf des Kfz-Mechanikers, weiß man aber auch, dass Mulka keine 40 Jahre Zeit hatte, Tore zu schießen. Denn Mulka war zwölf Jahre Motocross-Fahrer. In dieser Zeit wurde er DDR-Vizemeister in der Jugend und holte zahlreiche Top-Ten-Platzierungen. Mit 23 Jahren kam dann die Einsicht, etwas für die berufliche Laufbahn zu tun. Mulka legte seinen Kfz-Meisterbrief ab und machte sich mit einer Werkstatt in Hänchen selbstständig.

Ganz ohne Sport ging es dann aber wohl auch nicht. Seit 15 Jahren spielt Torsten Mulka wieder Fußball bei den Alten Herren in Kolkwitz.