Wer im Urlaub an einer Autobahn eine Rast einlegt, kann positiv überrascht oder bitter enttäuscht werden. Denn bei Deutschlands Rastanlagen gibt es nach Einschätzung des ADAC große Unterschiede. Dort hapere es teilweise immer noch an Sicherheit und Service - in punkto Familienfreundlichkeit können viele Raststätten im Gegensatz zu Autohöfen glänzen. Dafür müssen die Kunden in Raststätten aber tiefer in die Tasche greifen, wie der am Mittwoch veröffentlichte ADAC-Rastanlagentest ergab.

Testsieger ist die Raststätte Börde Süd an der A2 in Sachsen-Anhalt. Der ADAC beurteilt sie als gepflegte, familienfreundliche Anlage mit sauberen Sanitäranlagen. Der Autohof Plötzin an der A10 in Brandenburg als Testverlierer war laut ADAC nicht familien- und behindertengerecht und die Sicherheit für Fußgänger ließ zu wünschen übrig.

Für die Autohofbetreiber sei der ADAC-Rastanlagentest die Messlatte für ihre Qualitätsanstrengungen, erläuterte der Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA), Herbert Quabach. "An den Autohöfen konnte man schon immer deutlich billiger tanken und gut und preiswert essen. Das sehen wir als ‚familienfreundlich' und schont den Geldbeutel." Beim Test-Einkauf im Raststätten-Kiosk zahlten die Prüfer im Schnitt 20 Prozent mehr als im Autohof-Shop. Im Gastronomie-Bereich waren die Autohöfe um etwa zehn Prozent günstiger. Dafür fehlten häufig Kindergerichte und Spielplätze im Freien.

Laut ADAC hapert es teils immer noch bei der Sicherheit. "Es fehlen häufig Fußwege entlang der Parkstreifen, damit Fußgänger sich nicht am Heck der Autos aufhalten müssen - weil das ein Unfallrisiko ist. Und es fehlen sichere Übergänge vom Parkbereich zu den Rastgebäuden", sagte Projektleiterin Mady Christ.

Quabach hingegen hält diese ADAC-Vorgaben nicht für zielführend. "Auf keinem Supermarktparkplatz macht man Zebrastreifen." Auf Autohöfen, die laut ADAC eher schlecht abschneiden, gebe es eine klare Trennung zwischen Lkw und Pkw. Schwere Unfälle gebe es den Statistiken nach auf überfüllten Autobahn-Raststätten. "Der ADAC sollte hier prüfen, ob seine Bewertungskriterien zu den richtigen Ergebnissen kommen."

Jede Anlage wurde an zwei Tagen von unterschiedlichen Testern unangemeldet anhand von gut 110 Einzelpunkten geprüft. Rund 25 000 Kilometer legten vier Fachleute aus dem Bereich Gastronomie und Service um Ostern dafür zurück.