Plötzlich kam er zur Tür herein und schaute sich Trabis und Ampelmännchen an. Die Mitarbeiter des DDR-Museums „Zeitreise“ in Radebeul konnten es kaum glauben, doch es war wirklich Hollywoodstar Tom Hanks, der da mit seinem Team durch die Gänge lief.

Der Schauspieler war in den vergangenen Tagen zu Gast in Sachsen. Öffentlich sehen ließ sich der 55-Jährige jedenfalls kaum. Allerdings war Hanks auch nicht als Tourist nach Sachsen gekommen, sondern zum Arbeiten.

Gemeinsam mit Hollywood-Kollegen wie Halle Berry, Susan Sarandon und Hugh Grant stand er in der Sächsischen Schweiz für den Film „Cloud Atlas“ vor der Kamera. Mit rund 100 Millionen Euro Budget soll es die mit Abstand teuerste deutsche Produktion aller Zeiten werden. Der Kinostart ist für 2012 geplant.

Die genauen Drehorte in der Sächsischen Schweiz blieben bis zum Schluss geheim und wurden vorsorglich weiträumig abgeriegelt. Sprecher des Filmteams bestätigten nur, dass unter anderem in einer Werkhalle in Pirna gefilmt wurde. Nach Sachsen sei man dann aber doch eher wegen der „interessanten Felsformationen“ gekommen, sagte eine Sprecherin. Symbolträchtige Orte wie die Bastei und die Festung Königstein spielten für das Filmteam allerdings keine Rolle. Das musste reichen an Information. Wer doch einmal ein Schild mit der Aufschrift „Set“ erspähte, der sah sich schnell mit Wachleuten konfrontiert, die ihm freundlich den Weg zurückwiesen.

„So ganz ohne Autogrammstunden bringt auch ein Besuch von Tom Hanks natürlich nichts für die Region“, sagt Conny Kaden vom DDR-Museum Pirna. Er verstehe nicht, warum der Hollywoodstar nicht sein Museum besuchte, das viel näher am Drehort lag als das Radebeuler Haus. „Die meisten Leute hier wissen doch nicht einmal, dass er überhaupt hier war“, sagt er.

Anders sieht das Klaus Brähmig, Vorsitzender des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz. „Der Besuch war ein wichtiges Zeichen. Wir wollen noch stärker in die Marktnische als Region für Filmaufnahmen“, sagt er. Seit Jahren dient die Sächsische Schweiz immer wieder als Kulisse für große Filme. Brad Pitt drehte hier für „Inglourious Basterds“, Kate Winslet für „Der Vorleser“. Das Naturdenkmal Prebischtor wurde durch „Die Chroniken von Narnia“ international bekannt.