Von einem "deutlichen, klaren Ergebnis" sprach nach nichtöffentlicher Abstimmung im Naturparkhaus Lars Thielemann, der Geschäftsführer der Naturparkverwaltung. Im selben Atemzug betonte er, dass es bei diesem Wettbewerb auch im elften Jahr keine Verlierer gibt. Bewusst sei man schon vor Jahren dazu übergegangen, außer dem Sieger keine weiteren Platzierungen festzulegen. In jedem Jahr sei die Bereisung der Bewerberorte ein unglaublich spannender, interessanter Termin. Es sei immer wieder beeindruckend, was die Gemeinden zu bieten haben. Dass in diesem Jahr nur zwei Gemeinden scharf auf den Titel sind, habe die Mitglieder des Kuratoriums und ihn selbst sehr bedrückt. Zumal es nach der Überzeugung aller noch unzählige Gemeinden gebe, die das Potenzial für den Titel hätten. Natürlich werde im Kuratorium über die Wettbewerbsbedingungen diskutiert. So sei überlegt worden, dass die Bewerbungsunterlagen für drei Jahre ihre Gültigkeit behalten können. Das Argument, der Bewerbungsaufwand sei zu groß, kann Lars Thielemann nur bedingt gelten lassen. Eigentlich genüge ein formales Bewerbungsschreiben, Anlagen seien möglich. Marina Zörner, Ortsvorsteherin der Gewinnergemeinde 2009 Rückersdorf, bestätigt das. Merkt aber an, dass bei einer solchen Bewerbung dann doch der Ehrgeiz in jeder Gemeinde angestachelt werde, da ja jeder davon ausgehe, der andere würde seine Bewerbungsunterlagen entsprechend gestalten. Lars Thielmann: "Jede Überlegung, wie die Gemeinden stärker zu einer Teilnahme motiviert werden können, ist willkommen." Man habe erwogen, aus diesem Anlass einen Fragebogen zu verschicken. Denn der Wettbewerb werde keinesfalls zum Selbstzweck ausgestaltet, sondern sei wichtiges Instrument der Naturparkarbeit. "Weil er uns mit Kommunen in Kontakt bringt. Deshalb sind wir auch hoch interessiert daran, dass er weiter funktioniert", so Thielemann. Anreiz sei in jedem Falle der Prestige-Gewinn, den der Titel bringe. Einig sei man sich, dass es nicht darum gehe, das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro zu erhöhen, das seit Jahren von der Sparkasse Elbe-Elster übernommen werde. "Wir wollen uns das Interesse nicht erkaufen", sagt der Leiter der Naturparkverwaltung. Auch sei es für den Wettbewerbssieger nicht zwingend, das Fest auszurichten. Sollte das nicht möglich sein, werde eine andere Lösung gefunden. Zu den Befürwortern des Naturparkwettbewerbes gehört auch Landrat Christian Jaschinski (CDU). In seiner Eigenschaft als Rückersdorfer Bürgermeister hatte er sich noch im vergangenen Jahr über die Auszeichnung als Naturparkgemeinde freuen können. "Der Naturpark birgt ein großes Entwicklungspotenzial und ist ein toller Werbeträger", ist er überzeugt. Wettbewerb und Naturparkfest würden dazu beitragen, dass die Dorfgemeinschaft zusammenrückt und über die Region hinaus Werbung für den Ort erfolge. Natürlich wolle er auch künftig die Feste besuchen.