Am 11. Dezember kommt ein 74 Jahre alter Deutscher in die Notfallaufnahme des Uni-Klinikums Kiel. Er hat Urlaub in der Türkei gemacht und ist krank. In den sechs Wochen darauf sterben in der Klinik der Urlauber und zehn weitere Patienten, die zudem den Keim des Touristen tragen. Bei neun von ihnen ist er aber nach Aussage der Klinikverantwortlichen eindeutig nicht die Todesursache gewesen. Bei insgesamt mehr als 27 Menschen im Krankenhaus wurde bis Samstagabend der gegen fast alle Antibiotika resistente Keim Acinetobacter baumannii nachgewiesen. Einen Monat lang erfährt die Öffentlichkeit von der Ausbreitung des für Gesunde meist ungefährlichen, für Kranke und Immunschwache aber gefährlichen Keims auf der internistischen Intensivstation nichts. Erst auf Journalisten-Nachfragen wird das Problem in seiner Dimension bekannt. Am Freitagabend dann eine kurzfristig anberaumte Pressekonferenz. Der Chef des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Jens Scholz, spricht erst von drei gestorbenen Patienten und auf Nachfrage dann von fünf.

Am Samstagabend teilt die Klinik mit, elf Patienten, bei denen die multiresistente Bakterie nachgewiesen wurde, seien gestorben. Die Klinik kündigt an, die Öffentlichkeit jetzt alle zwei Tage über den Stand zu informieren.