Die Feuertragödie mit mehr als 230 Toten in einem Nachtclub hat in Brasilien eine Diskussion über die Sicherheitsstandards in Diskotheken ausgelöst. In mehreren Städten des Landes wurde in den Behörden über stärkere Kontrollen der Clubs beraten. Präsidentin Dilma Rousseff sagte: "Angesichts einer solchen Tragödie müssen wir sicherstellen, dass sich so etwas nie wiederholt." Das Feuer war am Wochenende in der Diskothek "Kiss" in Santa Maria im Süden Brasiliens ausgebrochen.

Für die Sicherheit der Zuschauer bei der Fußball-WM 2014 sieht sich Brasilien gut gerüstet. Sportminister Aldo Rebelo erinnerte an die Großveranstaltungen etwa beim Karneval oder zu Silvester in Rio de Janeiro mit Millionen Teilnehmern. Brasilien sei es gewohnt, große Events mit Sicherheits- und Organisationsstandards auszurichten. "Ein Unfall, wie schrecklich er auch sein mag, wird das Bild Brasiliens in der Welt nicht verändern."

Die Polizei geht davon aus, dass eine pyrotechnische Show-Einlage einer Band den Brand auslöste. Dieser Darstellung widersprachen aber am Dienstag in einer Vernehmung einige Mitglieder der Band. Sie sagten aus, dass die Leuchtfackeln kein Feuerwerks pulver enthielten und deshalb auch kein Feuer hätten entzünden können, gab Staatsanwältin Valeska Agostini die Aussage wieder. "Sie sagten, dass sie dies schon bei anderen Auftritten genutzt hätten, selbst in der selben Disco." Die Besitzer des Clubs erklärten, sie hätten keine pyrotechnische Show erlaubt.

Nach Angaben der Musiker soll ein Kurzschluss in Kabeln an der Decke zu dem Feuer geführt haben. Die Ermittlungen laufen weiter. Die beiden Besitzer der Diskothek sowie zwei Bandmitglieder wurden vorläufig festgenommen. Die Untersuchungshaft dauert zunächst fünf Tage, kann aber verlängert werden.