Anfang 2014 haben die Freunde demnach die Rommel-Kaserne in Osterode am Harz gekauft. "Wir wollen ein Vorzeige-Flüchtlingsheim bauen. Und ich werde eine Stiftung für traumatisierte Kinder gründen."

Das Land Niedersachsen hatte in der Kaserne in Osterode eigentlich bereits im Juni eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge eröffnen wollen. Bisher sind die Verträge mit dem privaten Betreiber, der Firma Princess of Finkenwerder, nach Angaben aus dem Innenministerium aber noch nicht komplett unter Dach und Fach. Schweiger hatte dagegen der Zeitung gesagt, die Verträge seien seit Donnerstag unterschrieben.

Betreiber soll die Firma Princess of Finkenwerder aus Stade werden. Eine Bürgerinitiative in Osterode hatte dagegen erhebliche Bedenken geäußert. Die Princess of Finkenwerder sei ein gewinnorientierter Betreiber. Deswegen gebe es große Sorgen in der Bevölkerung in Bezug auf die Unterbringungsqualität.

Schauspieler Schweiger hat angekündigt, in dem Heim solle es Freizeitangebote für Kinder, eine Sportanlage, Werkstätten und eine Näherei geben, damit die Menschen arbeiten könnten.

Zu seiner Motivation sagte der Filmemacher: "Ich habe früher immer mit meiner Rolle als Schauspieler gehadert: Ich mache ja nur Faxen vor der Kamera und kriege dafür auch noch Geld. Jeder Polizist, jeder Soldat, jede Krankenschwester leistet mehr für die Gesellschaft." Erst mit seiner Funktion als Regisseur habe er das Gefühl, dass er etwas geschaffen habe, das gesellschaftliche Relevanz habe. "Jetzt schaffe ich etwas viel Relevanteres."

Bei Facebook hatte Schweiger zu einer Spendenaktion für Flüchtlinge aufgerufen. und sich nach einem Bericht über Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte auch an SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt.

Von den Deutschen wünschte sich Schweiger mehr Empathie. Flüchtlinge hätten das Schlimmste erlebt. "Und draußen tobt der Mob, der will sie anzünden", warnte Schweiger, der nach seinem Spendenaufruf viele fremdenfeindliche Kommentare bekommen hatte.