Damit nicht genug: In diesem Jahr werden es 44,95 Euro sein. Die Berliner Bahnhöfe bleiben unter 20 Euro, Forst liegt bei 3,81 und Spremberg bei 4,47 Euro. Die Deutsche Bahn begründet die gestiegene Forderung ihrer Tochter Station & Service mit einem neuen Stationspreissystem.

In den Vorjahren basierte die Berechnung unter anderem auf einem Zuglängenfaktor. "Auf Wunsch der Bundesnetzagentur aber gilt jetzt ein Verkehrsleistungsfaktor", erklärt Bahnsprecher Gisbert Gahler. "Während der Zuglängenfaktor für alle Züge mit einer bestimmten Länge eine preisliche Wirkung entfaltete, wird der neue Faktor nur bei Zügen des Fernverkehrs angewendet." Davon hat Cottbus deutlich weniger als Berlin. Sämtliche Züge des Personennahverkehrs zahlen zwar nur noch den Grundpreis. Aber dieser Grundpreis wurde angehoben, weil die Bahntochter sonst mit der Kalkulation nicht hinkommt und sich mehr auf weniger Schultern verteilt.

Die Gebühren stellen die Anbieter des Personennahverkehrs dem Land in Rechnung. Das Land, das Mittel vom Bund dazubekommt, muss sehen, wie es damit umgeht. Schon mit Blick auf den Landesverkehrsplan 2013 bis 2017 im Vorjahr suchte Brandenburg Einsparungsmöglichkeiten. Gemeinden wie Kolkwitz und Neuhausen bangten und bangen um Haltepunkte.

"Das Land rückvergütet uns die Gebühren. Aber es ist ein Kreislauf. Und am Ende spüren es doch die Kunden. Es werden Halte abbestellt, oder die Preise steigen", sagt Arnulf Schuchmann von der Ostdeutschen Bahn (Odeg). Mehr als 100 Halte hat Odeg mit den regionalen Verbindungen nach Zittau/Görlitz, Wismar und Forst in Cottbus täglich. Und vorgehen können die Fahrgastverbände gegen höhere Gebühren kaum. "Wir können nur immer Alarm schlagen", sagt Jens Wieseke vom Fahrgastverband IGEB.

2015 sollen laut Bahn die Regionalisierungsmittel für den Personennahverkehr auf der Schiene neu verteilt werden.