Insgesamt 15 Fotovoltaikmodule mit monokristallinen und polykristallinen Zellen von deutschen und ausländischen Marken wurden ins Labor geschickt. Die Tester wollten unter anderem wissen, ob diese die versprochene Leistung bringen, wie hoch der Wirkungsgrad bei einer schwachen Sonneneinstrahlung ist und ob die Leistung nachlässt, wenn das Modul stark erhitzt ist.Leistung: Die Laborergebnisse zeigen, dass die Module bei Standardtestbedingungen bis auf eine Ausnahme mehr oder weniger die von den Herstellern versprochene Leistung erbringen. Unterschiede in der Qualität zeigen sich jedoch bei schwacher Einstrahlung. Denn bei vier Produkten fällt dann die Leistung stärker ab als bei den anderen - konkret um bis zu 19 Prozent. Die gleiche Situation ergibt sich, wenn sich die Module, etwa im Hochsommer, stark erhitzen. Auch hier verzeichneten die Tester bei vier Produkten einen stärkeren Leistungsabfall. Das Modul M220-60 GET AK, 230 W von Solarwatt weist hier die schlechteste Bilanz auf. Mehr als zwei Drittel der Hersteller sortieren die Zellen auch mit negativen Toleranzwerten, sodass die genannte Leistung durchaus bis zu fünf Prozent unterschritten werden kann. Falls die gemessene Leistung 0,5 Prozent und mehr unter dem eigentlichen Nennwert liegt, die Nennleistung durch die Toleranz also nur knapp erreicht wird, geben wir einen Minuspunkt. Beim Modul Suntech STP190-18/ Ub wird die Leistungstoleranz im Schnitt beider Module unterschritten.Aus der Einstrahlung und der gemessenen Leistung ermittelt sich der Modulwirkungsgrad, der bei monokristallinen Zellen bei etwa 14 und bei polykristallinen Zellen bei etwa 13 Prozent liegen sollte. Ein weiterer Kennwert für die Güte eines Solarmoduls ist der Füllfaktor, der in vier Fällen unter 73 Prozent liegt. Bei den Produkten von Ningbo Solar/Sig Solar und Suntech Power sind sowohl der Wirkungsgrad als auch der Füllfaktor nach Aussage unserer Experten zu niedrig. Technische Mängel: Anlass zur Kritik geben zudem sieben Module, die bei Aufnahmen mit einer Elektrolumineszenz- und einer Thermografiekamera kleine Auffälligkeiten wie feine Risse zeigen. Das kann langfristig die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, wenn ganze Partien des Moduls ausfallen. Beim Modul Sun Earth TDB125X125-72-P war das bereits jetzt an einigen Stellen der Fall. In einem weiteren Fall waren die Mängel gravierender und bereits Stellen ausgefallen, was auf ein Herstellungsproblem zurückzuführen ist.Sowohl die deutsche Niederlassung von Suntech wie auch die Firma Sig Solar, welche die Produkte von Ningbo Solar in Deutschland vertreibt, machten die Tester darauf aufmerksam, dass Module aus der Produktion von 2008 unter die Lupe genommen wurden. Diese wurden aber noch im Handel angeboten. Beide Hersteller betonten, dass diese Produkte nicht mehr im Programm und die Nachfolgeprodukte von verbesserter Qualität und leistungsfähiger sind, also mit höheren Wattzahlen angeboten werden. Auch die Garantiebedingungen wurden in beiden Fällen überarbeitet. Garantiefälle: Ein Garantiefall kann sich für Hausbesitzer zur Odyssee entwickeln. Laut Öko-Test gewähren die Hersteller zwar lange Leistungsgarantien, auf dem Weg zum Anspruch müsse der Kunde teilweise aber mit großen Hindernissen rechnen. So muss bei einigen Herstellern die Mängelanzeige mit einem Messprotokoll eines anerkannten Sachverständigen oder Instituts untermauert werden, das der Kunde selbst bezahlen muss. Zudem gibt es keine Absicherung gegen die Insolvenz eines Herstellers. In einem solchen Fall sind Leistungsgarantien von bis zu 20 Jahren hinfällig.Die Ausgleichsleistung liegt immer im Ermessen des Herstellers. Das heißt, er kann das Modul austauschen, auch gegen ein anderes aktuelles Modell, das dann vielleicht gar nicht mehr in die Reihe passt, oder auch gegen ein gebrauchtes. Er kann das Produkt auch reparieren, wenn dies möglich erscheint oder den geringeren Ertrag durch zusätzliche Module ausgleichen, für die dann möglicherweise gar kein Platz mehr auf dem Dach ist. Oder er kann einen finanziellen Ausgleich zahlen. Auf den Kosten für Transport, Montage und Demontage bleibt der Kunde in der Regel sitzen. Nur in Einzelfällen übernimmt der Hersteller die Transportkosten für Ersatzmodule, die teilweise nach China geschickt werden müssen. red/han