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Testamentsanfechtung ist nur unter engen Voraussetzungen möglich

Ein Testament anzufechten ist nicht so einfach.
Ein Testament anzufechten ist nicht so einfach. FOTO: Fotolia
München. Ein Testament anzufechten, ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Darauf macht das Deutsche Forum für Erbrecht aufmerksam. dpa

Ein möglicher Grund für eine Anfechtung ist beispielsweise ein Irrtum über einen wichtigen Umstand oder eine künftige Entwicklung. Ein Beispiel: Der Erblasser hat nichts davon gewusst, dass der von ihm eingesetzte Erbe eine kriminelle Vergangenheit hat. Der Irrtum muss ursächlich für die letztwillige Verfügung gewesen sein, das heißt, ohne diesen Irrtum hätte der Erblasser anders testiert.

Andere Gründe für eine Anfechtung: Der Erblasser hat sich verschrieben oder Namen verwechselt. Er hat das Testament aufgrund einer Täuschung oder einer widerrechtlichen Drohung errichtet. Oder der Erblasser hat bei seiner letztwilligen Verfügung einen Pflichtteilsberechtigten übergangen, von dessen Existenz er nichts wusste, wie zum Beispiel ein uneheliches Kind.

Die Anfechtung des Testaments muss gegenüber dem Nachlassgericht erklärt werden und nicht etwa gegenüber der im Testament begünstigten Person. Berechtigt zur Anfechtung ist jeder, dem dieser Schritt zugutekommt, also zum Beispiel der Begünstigte eines früheren Testaments des Erblassers. Die Anfechtung ist binnen eines Jahres zu erklären. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Berechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt hat.