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| 21:07 Uhr

Tennis in Monte Carlo
Zverev kämpft sich durch - Nadal erteilt Thiem eine Lehrstunde

Monte Carlo. Sandplatz-König Rafael Nadal ist auf seinem Weg zum elften Triumph beim ATP-Masters in Monte Carlo wohl nicht aufzuhalten. Der 16-malige Grand-Slam-Champion spielte im Viertelfinale furios auf und ließ dem Weltranglistensiebten Dominic Thiem mit 6:0, 6:2 nicht den Hauch einer Chance.

An seinem 21. Geburtstag haderte Alexander Zverev erst mit seinem Aufschlag, dann mit den Lichtverhältnissen - und lag am Ende doch voller Freude und Erleichterung auf dem roten Sand von Monte Carlo.

Deutschlands bester Tennisspieler ließ sich Party nicht vom Franzosen Richard Gasquet vermiesen und beschenkte sich an seinem Ehrentag selbst. Mit 4:6, 6:2, 7:5 zog Zverev erstmals ins Halbfinale des ATP-Masters im Fürstentum ein.

Viel Zeit zum Feiern bleibt dem Hamburger, der im Vorjahr an seinem Jubeltag an gleicher Stelle mit 1:6, 1:6 von Rafael Nadal regelrecht vorgeführt worden war, jedoch nicht. "Natürlich habe ich einige Körner gelassen, aber jetzt versuche ich mich zu erholen", sagte er nach seinem Match bei Sky. Schon am Samstag spielt Zverev im Halbfinale gegen den Japaner Kei Nishikori.

Erneut plagten den Hamburger große Probleme beim Service. Sieben Breaks hatte er am Donnerstag gegen seinen Davis-Cup-Kollegen Jan-Lennard Struff kassiert, gegen Gasquet folgten ebenso viele. So startete auch die Partie gegen den Franzosen Gasquet mit einem Aufschlagverlust.

Zwei weitere Breaks holte der 31-Jährige im ersten Durchgang, den er mit 6:4 gewann. Doch Zverev steigerte sich, zwang seinen Gegenüber zu Fehlern und nahm ihm im zweiten Satz dreimal den Aufschlag ab. Der Deutsche fand in dieser Phase besser in sein Spiel, Gasquet zeigte dagegen immer häufiger Konzentrationsmängel.

Sieg nach 2:40 Stunden

Im dritten Satz führte Zverev zweimal mit Break, gab seinen eigenen Aufschlag dann jedoch dreimal in Serie ab. Beim Service gegen den Matchverlust servierte Gasquet beim Stand von 15:15 einen Doppelfehler, blieb dann mit einem Stoppball im Netz hängen. Nach 2:40 verwandelte Zverev seinen ersten Matchball.

Mit drei Siegen in Serie startete der Hamburger noch nie in eine Sandplatzsaison auf der ATP-Tour. 2016 verlor er beim Masters in Monte Carlo in der zweiten Runde gegen Marcel Granollers. Drei Monate später schlug er nach einem Rasen-Intermezzo in Hamburg auf, wo eine Lustlos-Vorstellung gegen Inigo Cervantes (Spanien) mit 5:7, 6:7 und Pfiffen der Fans endete.

2017 ließ er das Turnier in seiner Heimatstadt gänzlich aus. Stattdessen kam es zum Streit mit Turnierdirektor Michael Stich, der ihm Vertragsbruch vorwarf. Den Auftakt auf Sand erlebte er erneut in Monte Carlo, wo er an seinem 20. Geburtstag von Nadal in die Schranken gewiesen wurde.

Ein Jahr später ist Zverev in seiner Entwicklung ein großes Stück weiter, meint auch Tennis-Ikone Boris Becker. "Wir können froh sein, ihn zu haben. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass er den Weg nach oben erreicht hat", sagte der frühere Grand-Slam-Sieger am Freitag in München. Mit dem Belagwechsel kommt Zverev trotz des äußerst langsamen Untergrunds im Fürstentum besser zurecht, zudem ist er konditionell stärker geworden. Seine Rückhand der Extraklasse rundet das Gesamtpaket "Sascha" Zverev ab.

Zur Revanche mit dem übermächtig anmutenden spanischen Weltranglistenersten könnte es am Sonntag im Finale kommen - exakt zwei Wochen, nachdem Zverev im Davis Cup mit 0:3 nach Sätzen gegen Nadal verloren hatte. Der Monaco-Rekordsieger (zehn Titel) ließ dem Österreicher Dominic Thiem im Viertelfinale mit 6:0, 6:2 nicht den Hauch einer Chance, in der Vorschlussrunde trifft er am Samstag auf ATP-Weltmeister Grigor Dimitrow.

Als Thiem bei 0:6, 0:3 seinen ersten Spielgewinn feierte, wurde er von den Fans auf dem Court Rainier III lautstark bejubelt. Nach 1:07 Stunden verwandelte Nadal schließlich seinen ersten Matchball.

Thiem hatte sich gegen Nadal viel erhofft, schließlich hatte er den Meister auf Sand im Vorjahr in Rom auf dem langsamsten aller Beläge bezwungen. Auch 2016 in Buenos Aires war er auf Sand gegen Nadal erfolgreich. Es waren seine einzigen beide Siege bei nunmehr sechs Niederlagen gegen den Mallorquiner.

(sid)