Höhere Benzinpreise, teuere Versicherungen, mehr Ausgaben für Fahrzeuge und Reparaturen – dies und mehr müssen die 26 Taxiunternehmen in Spree-Neiße in ihre Kalkulation einbeziehen. Laut einer Erhebung der Kreisverwaltung sind die Durchschnittskosten pro Fahrzeug allein im ersten Halbjahr 2011 von 36 000 auf 37 000 Euro gestiegen. Entsprechend hat die Taxi-Innung beim Landkreis die Anhebung der Taxi-Gebühren beantragt, um diese Kosten aufzufangen.

„Wir haben diesen Antrag als Genehmigungsbehörde gründlich geprüft“, erklärt der Beigeordnete Olaf Lalk (CDU). Der erste Impuls sei, die Gebühren einfach anzuheben. Allerdings gelte es zu berücksichtigen, ob der Markt diese Preise auch annimmt – also, ob sich die Bürger die neuen Gebühren auch noch leisten können. Deshalb wurde auch nicht allen Vorschlägen der Taxi-Innung Spree-Neiße entsprochen.

Dennoch wird es ab 1. Januar teurer. Der Grundpreis beispielsweise steigt von 2 auf 2,50 Euro. An Sonn-und Feiertagen gilt ein neuer Grundpreis von 3 Euro. Dafür entfällt der entsprechende Sonntagszuschlag.

Bei der Abrechnung der gefahrenen Kilometer gelten künftig zwei unterschiedliche Tarife. Zwischen 6 Uhr und 22 Uhr zahlen Fahrgäste 1,60 Euro, in den Nachtstunden 1,70 Euro. Zum Vergleich: In Cottbus gilt ein einheitlicher Tag- und Nachttarif von 1,65 Euro. Je Warteminute müssen Kunden in Spree-Neiße künftig 35 Cent bezahlen.

Ein neuer Zuschlag gilt künftig für die Beförderung durch ein Großraumtaxi ab dem fünften Fahrgast. Dies kostet drei Euro. Eine zusätzliche Anfahrtsgebühr schlägt mit fünf Euro zu Buche.

Für eine Fahrt vom Forster Bahnhof zum Kreishaus würde dieser Gebührenordnung zufolge künftig 5,70 Euro statt bisher 5 Euro zu zahlen. Die nächtliche Fahrt von Spremberg zum Carl-Thiem-Klinikum in Forst schlägt ab 1. Januar mit 41,60 Euro zu Buche. Bisher sind es 38,80 Euro.

Die Kreisverwaltung hat die Kostenrechnungen der Taxi-Unternehmen im Landkreis geprüft und die Wirtschaftlichkeit der neuen Gebührenordnung bescheinigt. Weiteren Behörden, Verbänden und den Taxi-Firmen wurde die neue Tarifordnung zugeschickt. Kritik gab es dazu nicht. Auch der Wirtschaftsausschuss des Kreistages, der die Tarifordnung am Mittwochabend auf dem Tisch hatte, hat zugestimmt. Entscheidend ist nun der Kreistag, der Ende des Monates zusammenkommt und die neue Ordnung beschließen soll.

Damit die Gebühren ab 1. Januar korrekt abgerechnet werden können, sollen die neuen Gebühren spätestens Anfang Dezember vorliegen, so die Kreisverwaltung. Denn das Landesamt für Mess- und Eichwesen braucht laut eigenen Angaben etwa zwei bis drei Wochen, um die Preisanzeiger in den Fahrzeugen auf die neuen Tarife umzustellen.