Oder es klappt eben wieder nicht. So geht es nicht allein den vielen neuen Christen in den Gemeinden des römischen Reiches. Sie hatten trotz fehlender jüdischer Herkunft und Beschneidung jetzt in der Gemeinde den gleichen Stand. Jesus hatte neue Maßstäbe gesetzt.

Soweit die Theorie oder die Theologie. Die Wirklichkeit hat, wie die Worte des Paulus zeigen, anders ausgesehen. Das wäre vielen Parteistrategen, Europafreunden und Abhörerregern heute sehr lieb, wenn offizielle Meinungsmache und Verlautbarung oder gute schauspielerische Leistung flugs vom geneigten Hörer und Zuschauer geglaubt würden. So ähneln sich die Zeiten. Es kam und kommt auf die gelebte Wirklichkeit im Alltag der Menschen an, die auch Vorbilder suchen. Taten und nicht leere Worte können Wege zeigen.

Unsere Kirchen mussten in Zeiten der Abwege und der Irrlehren aus Krisen lernen. Oft standen Menschen auf, die ein Beispiel für neue Wege selber vorlebten. Wenigstens in dieser Hinsicht können Sie und ich für Religion und Politik beten, dass sich bald etwas Gutes tut. Solch ein Beten fängt bei mir und meinem Leben an. Nur in heiliger Gemeinschaft kann Gott rechtzeitig gehört werden. Nutzen wir diesen Sommer für die Suche nach unserem wahren Zuhause. Hören wir auf sein Wort, das uns nicht an der Nase herumführt, ein Wort, das mein Innerstes zur Ruhe kommen lässt.

Stefan Branig ist

Pfarrer in Tröbitz