Ein Treibstofftank sei schon geborsten: Rund 100 Tonnen Schweröl seien in den Schiffsrumpf und ins Meer geflossen – wie viel genau in den Ozean gelangte, ist ungewiss.

„Das Unglück könnte sich zu der schlimmsten Meeres-Umweltkatastrophe seit Jahrzehnten in Neuseeland entwickeln“, warnte Umweltminister Nick Smith. In den Tanks befinden sich schätzungsweise noch 1500 Tonnen Schweröl. Bereits am Donnerstag hatte sich ein fünf Kilometer langer Ölteppich gebildet, mehrere ölverschmierte Seevögel verendeten.

„Es braucht gar kein großer Öltanker zu sein. Auch Frachter oder Containerschiffe können große Auswirkungen haben, wenn die kentern“, warnte Jörn Ehlers vom Umweltverband WWF bei n-tv. Sein Verband verwies auf den Unfall des Holzfrachters „Pallas“. Das Schiff war 1998 in der Nordsee gestrandet. Damals tötete eine vergleichsweise geringe Menge von etwa 100 Tonnen Schweröl rund 16 000 Seevögel. Am Freitag bargen Tierschützer nahe der kleinen Motiti-Insel in der Plenty-Bucht verklebte Zwergpinguine und zwei Kormorane, wie die staatliche Schifffahrts- und Meeresschutzbehörde mitteilte. In der Gegend leben auch Delfine und Wale sowie eine Seehund-Kolonie. Der Einsatz chemischer Lösungsmittel gegen das Öl war bislang ohne Erfolg. Die „Rena“ war am Mittwoch rund 20 Kilometer vor dem Hafen von Tauranga an dem Astrolabe-Riff leckgeschlagen.