Die letzte Veranstaltung ist gelaufen. Es brummt aber noch gewaltig auf dem Ring.

Das stimmt. Die Strecke ist im Oktober von verschiedenen Automobilherstellern und Rennställen für Testfahrten fast komplett ausgebucht. Es gibt auch noch etliche Anfragen für den November – vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Wann macht der Ring winterfest?

Bei uns gilt das Motto: Nach der Saison ist vor der Saison. Wir planen intensiv für 2012. Der Rennkalender füllt sich schon wieder. Schluss ist erst, wenn die Rennstrecke durch Eis und Schnee nicht mehr befahren werden kann. Lediglich über den Jahreswechsel machen wir für eine Woche lang die Schotten dicht.

Gibt es in der Saison 2011 einen Zuschauer-Zuwachs?

Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor. Es ist aber davon auszugehen, dass ohne die Red Bull- Flugshow die Zahl aus dem Vorjahr nicht zu halten sein wird. Im Vergleich zu 2009 haben wir aber garantiert zugelegt, das kann ich mit Sicherheit sagen.

Die Vermietung der Rennstrecke war schon in den Vorjahren top. Hat sich daran etwas geändert?

Nein. Mit über 220 Tagen, an denen Automobilhersteller, Trainingsanbieter, Rennställe, Werbefirmen und Fernsehteams die Strecke gemietet hatten, erreichen wir erneut das Niveau der Vorjahre. Der Ring ist super nachgefragt und war wieder weit über 90 Prozent vermietet.

Was für Sie wie Musik in den Ohren klingt, nervt zunehmend die Bewohner der umliegenden Gemeinden. Es gab in diesem Jahr zum Lärmpegel viele Beschwerden, speziell aus Hörlitz.

Das stimmt zwar, die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache. Der Lärmpegel wird von fünf verschiedenen Messpunkten aus permanent aufgezeichnet. Die Mess-Stationen stehen zum Beispiel in Hörlitz, Meuro und Schipkau sowie direkt auf der Rennstrecke. Deren Daten gehen direkt zum Landesumweltamt. Wir haben also keinen Einfluss darauf, können nichts manipulieren. Die Zahlen bescheinigen uns: Seit 2009 ist der Ring von Jahr zu Jahr leiser geworden.

Die ganze Lausitz wartet darauf, dass auf dem Ring endlich wieder ein Mega-Konzert stattfindet, wie einst mit AC/DC oder Herbert Grönemeyer.

Wir sind mit diesem Anspruch angetreten und es bleibt dabei: Wir wollen wieder eine solche Großveranstaltung herholen. Wir arbeiten dran. Es ist aber nicht so einfach. Der Kostenfaktor ist gewaltig, das Risiko sehr hoch für ein privat geführtes mittelständisches Unternehmen. Für eine Großveranstaltung müssen sich das Land Brandenburg und die Region mit einbringen. Ansonsten funktioniert das nicht.

Werden auf der neuen Motocross-Strecke in der nächsten Saison die Motoren heulen?

Natürlich. Das Richtfest feiern wir schon am Freitag dieser Woche. Die Einweihung ist für den Frühling fest geplant. Wir wollen die Saison 2012 mit einem Off-

road-Spektakel eröffnen. Mit der 1800 Meter langen Trainings- und Teststrecke geben wir den heimischen Fahrern ein Zuhause. Bisher sind sie heimatlos und müssen sich teilweise auf gefährlichem Terrain bewegen.

Die EuroSpeedway Verwaltungs GmbH hat sich um die Austragung der Motorrad-WM am 8. Juli 2012 beworben. Wann rechnen Sie mit einer Entscheidung?

In maximal drei Wochen werden wir wissen, was Sache ist. Wenn wir den Zuschlag bekommen, stehen wir vor einer Riesen-Herausforderung. Die Anforderungen sind sehr hoch, es gibt viel zu tun.

Das Gespräch führte

Andrea Budich