Frau Schulz, Sie suchen nach einem Knochenmarkspender für Clarissa in der Lausitz. Wie groß sind die Chancen, ausgerechnet hier einen passenden Spender zu finden?

Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die in einer bestimmten Region leben, ähnliche Gewebemerkmale aufweisen. Wir würden also etwa in Indien nicht so leicht einen Spender finden, der zu Clarissa passt wie etwa in Cottbus, Forst oder Spremberg. Dennoch kann es sein, dass wir bei unseren Aktionen niemanden finden, dessen Gewebemerkmale zu denen des Kindes passen. Doch jeder registrierte Spender kann Leben retten. Hier bei uns, irgendwo anders in Deutschland oder auch weltweit. Auch für Clarissa können Menschen aus jedem Winkel der Erde hilfreich sein. Der Blutspendedienst Ost registriert seit 20 Jahren Stamm- oder Knochenmarkspender und wir haben bereits Spender aus Australien oder Indien hier in unsere Gegend vermittelt.

Was erwartet denn einen potenziellen Spender?

Typisierungen sind möglich für gesunde Erwachsene zwischen 18 und 55 Jahren. Wir nehmen Blut ab, überprüfen die Gewebemerkmale und bei einer Übereinstimmung wird der Spender dann medikamentös vorbereitet. Die Entnahme der Stammzellen erfolgt entweder ambulant über das Blut oder stationär über eine Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenknochen. Doch nur wenige Menschen, die sich typisieren lassen, werden tatsächlich als Spender angefragt. Über unseren Blutspendedienst haben wir etwa 55 000 Spender registriert, in 600 Fällen ist es tatsächlich zu Entnahmen gekommen.

Und wie stehen Clarissas Chancen?

Die Aussichten, einen genetischen Zwilling für Clarissa zu finden, sind gut. In 80 Prozent aller Fälle können wir innerhalb von zwei Monaten einen Stammzellenspender ausfindig machen.

Das Gespräch führte

Andrea Hilscher.

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Zum ThemaDer Blutspendedienst bietet folgende Termine an:23. Juni: Kirche Forst, Spremberger Straße, 15.30 bis 19 Uhr.29. Juni: Krankenhaus Forst, Robert-Koch-Straße 35, von 15 bis 19 Uhr.9. Juli: Lausitzpark Cottbus, 8.30 Uhr bis 15 Uhr.Alle Spender werden gebeten, einen Personalausweis mitzubringen. Neben Spendern, die sich typisieren lassen, ist das DRK allerdings auch auf finanzielle Spenden angewiesen. Denn jede Typisierung kostet 50 Euro, wie Undine Passow erläutert. Wer die Aktion finanziell unterstützen möchte, könne dies gerne tun, sagt die Leiterin der Stammzellendatei beim DRK-Blutspendedienst Ost in Cottbus. Weitere Informationen dazu gibt es im Netz: www.blutspende.de