. Seit rund einem Jahr leben die Einwohner des niederschlesischen Walbrzych (Waldenburg) in Anspannung: Liegt vor ihrer Stadt ein deutscher Panzerzug mit Kriegsbeute der Nationalsozialisten? Das glauben die Hobbyschatzsucher Andreas Richter und Piotr Koper. Sie haben mit den Grabungsarbeiten nach dem vermeintlichen Zug begonnen.

Worum geht es?
Mit Bodenradar wollen Hobbyhistoriker Piotr Koper und An dreas Richter in Niederschlesien einen deutschen Zug in einem unterirdischen Tunnel geortet haben. Mit ihrem angeblichen Fund lösten sie ein regelrechtes Schatzfieber aus. Es könne sich um einen deutschen Panzerzug mit Nazigold aus dem Zweiten Weltkrieg handeln, spekulieren Einwohner und Medien. Gerüchte um den Zug kursieren seit den 70er-Jahren. Nazis sollen damit gegen Kriegsende Gold und anderes Raubgut vor der nahenden Sowjet-Armee in Sicherheit gebracht haben. Beweise dafür gibt es nicht. Einige Experten meldeten auch an den Bodenaufnahmen des deutsch-polnischen Schatzgräber-Duos Zweifel an. Koper und Richter wollen nun für Klarheit sorgen und graben nach dem Zug - bislang ohne Durchbruch. Die Arbeiten sind bis Ende August vorgesehen.

Wo wird der Zug vermutet?
Den vermeintliche Zug soll dem Duo zufolge in Südwestpolen auf Kilometer 65 der Bahnstrecke zwischen Wroclaw (Breslau) und Walbrzych (Waldenburg) liegen. Im nahegelegenen schlesischen Eulengebirge gibt es viele unterirdische Gänge. Dort hatten die Nazis unter dem Namen "Projekt Riese" ein monströses Stollensystem bauen lassen - für welchen Zweck, ist bislang unklar. Die Stollenanlage, die nie fertiggestellt wurde, haben Häftlinge aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen errichtet.

Warum dauert die Suche so lange?
Es dauerte ein Jahr, bis Koper und Richter nach dem angeblichen Zug graben durften. Im August 2015 meldeten die Schatzsucher den polnischen Behörden ihre Entdeckung, bis zum ersten Spatenstich mussten sie viele Anträge ausfüllen, Genehmigungen einholen. Als Ende Juni alle Papiere beisammen waren, begannen die Vorbereitungen.