Zwei Tage später wird an gleicher Stelle der Landesparteitag der SPD stattfinden.

Alles vorher durchgeplant

Für das Team um Hans-Jürgen Lehmann Tagesgeschäft. Jede Veranstaltung fordert ihren eigenen Rahmen. Oft kommen deren Organisatoren mit klaren Vorstellungen. „Für den Landesparteitag haben wir zum Beispiel nur den Grundriss unseres Hauses in die Parteizentrale gefaxt, und retour kam ein fertig ausgearbeiteter Plan. Da sind Organisatoren am Werk, die bis auf den letzten Meter vorgeben, wo Tische und Stühle anzuordnen sind“, berichtet der Chef des Hauses.

Das Gebäude hat inzwischen übrigens schon einige solcher politischen „Hochkaräter“ beherbergt, zum Beispiel einen Landesbauerntag, einen Landesparteitag der Liberalen und eine Regionalkonferenz der Linken. „Das hat etwas Besonderes“, gesteht Lehmann ein. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn unsere Stadt und der Süden Brandenburgs dabei in den Blickpunkt geraten.“

Auf jeden Fall einmal mehr beste Gelegenheit, das Haus von seiner besten Seite zu präsentieren. Lehmann weiß, dass es nicht reicht, einen Mietvertrag abzuschließen und Tische und Stühle zu stellen. In vielen Fällen darf es etwas mehr sein. „Es kommt darauf an, wer das Haus des Gastes mietet. Manchmal kümmern sich die Managements der Künstler, die hier gastieren, um alle Details am Rande, manchmal ist das von uns zu leisten. Oftmals sind Unterkünfte zu besorgen, fast immer vorgegeben, in welcher Mindestkategorie. Oft findet sich nicht gleich was vor Ort, sondern erst in Torgau oder Leipzig“, erzählt Hans-Jürgen Lehmann.

Ohnehin sei es falsch zu glauben, dass die Künstler selbst die Abgehobenen seien. „Die sind pflegeleicht“, räumt Lehmann mit einem Vorurteil auf. „Meist sind es die Personen drumherum, die mit überdrehten Vorstellungen kommen“ stellt er klar. Aber bislang sei es immer gelungen, alle Partner zufriedenzustellen.

Feier mit Ausnahmecharakter

Völlig aus dem Rahmen des sonst üblichen Tagesgeschäfts fallen nach Aussage des Leiters des Hauses des Gastes Schaustellerhochzeiten. „Ein bis zwei werden jährlich hier gefeiert. Es hat sich schnell herumgesprochen, dass Haus und angrenzender Park auch dafür eine gute Lokalität sind“, berichtet er. Gefeiert werde meist über drei Tage. Ein weiterer Tag sei nötig, um zu dekorieren. „Das machen die Mieter selbst, aber mit so viel Einfallsreichtum und Akribie, dass das Haus kaum wiederzuerkennen ist“, sagt Lehmann.