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Stromdiebstahl rechtfertigt fristlose Kündigung ohne Abmahnung

Berlin. Mieter müssen ihren Strom grundsätzlich selber bezahlen. Zapft ein Mieter eine allgemeine Stromleitung im Haus an, begeht er Diebstahl. dpa

Das kann eine fristlose Kündigung der Wohnung rechtfertigen. Nach Ansicht des Amtsgerichts Berlin-Wedding ist unter Umständen nicht einmal eine Abmahnung nötig (Az.: 11 C 103/14), wie die Zeitschrift "Das Grundeigentum" (Heft 62015) berichtet.

In dem verhandelten Fall war im Treppenhaus eines Mietshauses eine Baustromversorgung installiert. Von dieser Baustromleitung führte ein Kabel in die Wohnung des Mieters. Dessen Versorger hatte die Stromlieferung wegen einer hohen Nachforderung eingestellt. Nachdem die Baustromversorgung dann abgeschaltet worden war, wurde sie offenbar von einem Besucher des Mieters wieder in Betrieb genommen. Daraufhin kündigte die Vermieterin fristlos.

Zu Recht, wie das Amtsgericht befand. Der Mieter habe zugegeben, die Baustromleitung einmal angezapft zu haben. Zudem müsse er sich das Verhalten seines Besuchers anrechnen lassen. Er kann sich in diesem Fall nicht darauf berufen, nichts gewusst zu haben. Die Pflichtverletzung wertete das Gericht als so gravierend, dass eine vorherige Abmahnung nicht nötig sei.