Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Wiesbaden mitteilten, ist nach ersten Erkenntnissen ein Streit zwischen zwei Türken eskaliert. Zwei Männer wurden inzwischen festgenommen. Ein weiterer, schwer verletzter Tatverdächtiger steht unter Polizeiaufsicht. Weitere Tatverdächtige seien aber noch auf der Flucht. Bei dem Blutbad in einem Eiscafé in der Rüsselsheimer Innenstadt waren am Dienstagabend zwei Männer und eine Frau ums Leben gekommen.
Bei den Festgenommenen handele es sich um einen 49- und einen 28-Jährigen, teilten die Ermittler mit. Ob sie es waren, die die tödlichen Schüsse abfeuerten, ist noch unklar. „Es gibt Hinweise, dass sie am Tatort waren. Aber die Tatbeteiligung wird noch geprüft“ , sagte Stefan Müller vom Landeskriminalamt. Wie viele mutmaßliche Täter noch auf freiem Fuß sind, konnten die Ermittler nicht sagen.
Fest steht, dass die tödlichen Schüsse gegen 20 Uhr in dem Eiscafé mitten in der Rüsselsheimer Fußgängerzone fielen. Nach Angaben der Ermittler hatten drei bis vier Türken an einem Tisch gesessen, als vier bis fünf Landsmänner hereinstürmten und die Gruppe mit Schusswaffen und Messern attackierten.
Ein 29-jähriger Türke aus Raunheim, der an dem Tisch gesessen hatte, starb bei der Attacke. Auch ein 26-jähriger Angreifer aus Wiesbaden kam ums Leben. Sein 31-jähriger Bruder überlebte schwer verletzt und soll nun dem Haftrichter vorgeführt werden. Als „besonders tragisch“ bezeichneten die Ermittler den Tod einer 55-jährigen Frau, die zufällig in den Kugelhagel geraten war.
Bei der Suche nach dem genauen Motiv tappt die Polizei eigenen Angaben zufolge noch im Dunkeln. Die Fahnder vermuten aber, dass eine Auseinandersetzung zwischen zwei Männern am vergangenen Wochenende in Mainz eskaliert ist. „Wir können nicht ausschließen, dass aufgrund dieser persönlichen Beziehungsebene diese Männer Gruppen um sich geschart haben“ , sagte Müller. Mindestens ein Mann, der an der Schießerei beteiligt gewesen sei, sei auch bei der Auseinandersetzung in Mainz „im Spiel“ gewesen. (AFP/das)