Es geht um ein paar Meter, die über Wohl und Wehe des Millionen-Vorhabens im Cottbuser Stadtzentrum entscheiden. So will der Investor den Eingangsbereich in Richtung Stadthalle zentral an der Postparkplatz-Seite schaffen (siehe Foto). Das habe den Charme, dass die Kunden von Richtung Stadthalle, Altmarkt und Sprem direkt in die Passage geleitet würden, sagt Andreas Haas von Gepro Bau.Ein Teil der Cottbuser Stadtverordneten plädiert hingegen dafür, den Eingangsbereich in Richtung Wohnscheibe und damit genau an die Ecke des geplanten Anbaus zu verlegen. Damit würde die Ladenpassage in der GWC-Wohnscheibe mehr in das Blickfeld der potenziellen Kundschaft gerückt, so die Argumentation. "Es besteht sonst die Gefahr, dass die Wohnscheibe mit den Laden- lokalen abgekoppelt wird", sagt Joachim Käks, der als sachkundiger Einwohner für die CDU im Bauausschuss sitzt. Mit der Verlagerung des Eingangs hätte der Kunde beide Einkaufsmöglichkeiten im Blick. Doch mit dieser Variante hat der Investor große Probleme. "Wir müssten den Zuschnitt der Ladenlokale komplett verändern, würden viele Ecken hereinbekommen und damit unattraktive Flächen erhalten", sagt Andreas Haas. Außerdem müsste bei dieser Lösung auf 100 Quadratmeter Verkaufsfläche verzichtet werden. "Mit der schrägen Variante können wir nicht leben, wir bekommen damit Probleme, die wir nicht mehr beherrschen", erklärt Haas. Sein Kompromissvorschlag sieht deshalb vor, einen sechs Meter breiten Zugang im Mittelteil des Anbaus in Richtung Wohnscheibe einzurichten. Der Übergang zur GWC-Ladenpassage soll außerdem mit einer großzügigen Überdachung versehen werden. Zusätzlich schlägt Haas eine Leuchtwerbung an dieser Stelle vor. Dies funktioniere freilich nur, wenn sich auch Stadt und Gebäudewirtschaft an dem Vorhaben beteiligen, sagt Haas. "Wir können diesen Bereich nicht im Alleingang gestalten und auch nicht alleine alle Attraktivitätsprobleme an dieser Stelle lösen", so der Bauherr. Bis zur Stadtverordnetenversammlung in knapp zwei Wochen soll allerdings eine Entscheidung getroffen werden. Deshalb wollen sich die Fraktionen, so ist es während der Sitzung des Bauausschusses vereinbart worden, noch einmal mit dem Thema beschäftigen und dabei zunächst intern nach einer Lösung suchen. "Wir müssen diesen Kompromiss finden", sagt die Cottbuser Baubeigeordnete Marietta Tzschoppe (SPD).