Zwar sind die Unfallzahlen rückläufig, dennoch zählt die Stiftung "Sicherheit im Skisport" pro Saison rund 40 000 verletzte deutsche Skifahrer - trotz Schutzausrüstung und immer sicheren Pisten. Sobald es über die Grenze geht, gehört deshalb unbedingt eine Auslandskrankenversicherung ins Gepäck, sagt Timo Voß vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. "Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Behandlungskosten bestenfalls in der üblichen Höhe des Urlaubslandes, maximal aber das, was in Deutschland regulär wäre. Die Auslandskrankenversicherung übernimmt die entstehende Differenz."

Die Police bietet noch einen Vorteil: "Der Versicherer übernimmt die Kosten, falls aus medizinischen Gründen ein Rücktransport nach Deutschland erforderlich wird", erklärt Gerald Archangeli vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute. Dies sei vor allem in Ländern wichtig, in denen die medizinische Versorgung auf einem niedrigeren Standard ist.

Bevor sie sich die Buckelpiste hinunterstürzen, sollten Fahrer bedenken, dass sie unter den Folgen eines schweren Skiunfalles möglicherweise längere Zeit oder sogar ein Leben lang zu leiden hätten. Wintersportler mit Berufsunfähigkeitsversicherung sind für diesen Fall abgesichert. "Die Versicherung zahlt eine Rente, wenn der Verunglückte seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann", erklärt BdV-Experte Timo Voß.

Was sie dagegen nicht übernimmt, sind die Bergungskosten unmittelbar nach einem Unfall. Diese liegen bei mindestens 3000 bis 4000 Euro. "Eine Bergung mit dem Rettungshubschrauber wird noch einmal deutlich teurer", sagt Gerald Archangeli. Auch die Suche nach einem Vermissten durch die Bergrettung kann teuer werden.

Wer dieses Risiko absichern will, schließt am besten eine private Unfallversicherung ab. Diese deckt sämtliche Unfallfolgen ab und übernimmt auch die Bergungskosten. Dabei spielt es Archangeli zufolge keine Rolle, ob jemand auf Skiern, Schneeschuhen, mit dem Snowboard oder mit dem Rodelschlitten verunglückt.

Teuer werden kann es für den Verursacher eines Unfalls, denn er muss für sämtliche von ihm angerichteten Personen- und Sachschäden aufkommen - von der ärztlichen Behandlung bis zu einer eventuell fälligen lebenslangen Rente für das Unfallopfer. Wer dann keine private Haftpflichtversicherung hat, steht nicht selten vor dem finanziellen Ruin. "Die Police sollte in jedem Fall auf der ganzen Welt gelten und eine Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro aufweisen", rät Gerald Archangeli.

Bislang gilt auf Skipisten keine Helmpflicht - die Versicherer zahlen also auch, wenn jemand "oben ohne" fährt und zu Schaden kommt. Dies könnte sich nach einem Urteil des Oberlandesgerichtes München aus dem Frühjahr 2012 ändern. Die Richter lasteten einer Frau, die durch einen anderen Skifahrer schwer verletzt wurde, ein Mitverschulden an, da sie keinen Skihelm getragen hatte (Az.: 8 U 3652/11). Die Haftpflicht des Unfallverursachers musste nur die Hälfte der Behandlungskosten zahlen.