Sie lassen den Lausitzern zurzeit keine Ruhe, die Mücken! Keine Freizeitbeschäftigung an der frischen Luft, die die kleinen Plagegeister nicht zu einem gemeinschaftlichen Schlagen, Wedeln und Kratzen verwandeln würden.

Bis zu anderthalb Zentimeter groß ist die Culex pipines, die sogenannte Hausmücke, und hungrig nach Blut. Auf der Suche nach Nahrung ist sie mit bis zu zweineinhalb Kilometern pro Stunde unterwegs. Doch nicht nur die Stiche können die Lebensqualität einschränken, auch der bis zu 300mal in der Sekunde erfolgende Flügelschlag erzeugt einen Ton, der einen um den Schlaf bringen kann.

Es sind die Weibchen, die uns piesacken. Sie benötigen Eiweiß, um ihre Eier zu bilden. Dr. Lutz-Uwe Wölfer ist Chefarzt der Hautklinik am Lausitzer Seenland Klinikum, erklärt: "Es sind die Stoffe, die die Mücken verwenden, um die Blutgerinnung bei den Gestochenen zu vermeiden, die dann zum Juckreiz und der Schwellung führen." Auch sei erwiesen das sich die Insekten von manchen Menschen mehr und von anderen weniger angezogen fühlen. Nur warum konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden.

Doch wie kann man sich vor den Plagegeistern schützen.

Die Liste der Hausmittel und Tipps ist lang. Moderne Technik hilft auch nicht, denn Ultraschallwellen aus smarten Telefonen haben sich in der Forschung als nutzlos erwiesen. Auch der bewährte Tipp Rauch von Zigaretten oder Lagerfeuer würde die Blutsauger abschrecken, ist von der Wissenschaft widerlegt worden. Gleiches gilt für Knoblauch-Geruch oder Konsum. Selbst das allseits beliebte Citronella in allen Formen und Varianten hilft nur begrenzt.

Mücken werden laut Experten von dem Kohlendioxid unseres Atems angezogen, die Möglichkeiten sich gänzlich unsichtbar für sie zu machen sind also begrenzt.

Durch Studien verbrieft ist Effektivität von heller luftiger Kleidung, da Mücken dunkle Oberflächen bevorzugen. Logisch ist es dann auch das jene etwas lockerer sitzen sollte, um es den Mücken beim Herankommen an die Haut schwerer zu machen. Die Apothekerin Hannelore Sanderhoff aus Cottbus empfiehlt den Rückgriff auf industriell hergestellte Produkte. Hier gibt es Produkte mit synthetischen und natürlichen Wirkstoffen. "Der Wirkstoff Bayrepel hat sich bei Tests der Stiftung Warentest als gut wirksam und hautverträglich erwiesen," erklärt sie. Mittel mit diesem Stoff sind also am besten gegen Mücken. Ebenfalls sind Mittel, mit dem Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid) zu empfehlen. "Jener kann jedoch die Haut reizen und Kunststoffe angreifen", erklärt die Apothekerin. Mittel mit etherischen Ölen hingegen können für Allergiker problematisch werden und haben nur eine verkürzte Wirkung. Bei den Mitteln auf natürlicher Basis würden sich jene mit einem Wirkstoff aus Blättern des Zitroneneukalyptus empfehlen lassen. Auch der wurde von der Stiftung Warentest für gut befunden.

Da sich Stiche jedoch nie komplett ausschließen lassen, rät Hannelore Sanderhoff zur Linderung des Juckreizes zu Kühlgel, legt man jenes vorher in den Kühlschrank werde der Effekt verstärkt. "Früher hat man dafür auch die recht hilfreiche essigsaure Tonerde verwendet", erklärt die Apothekerin. Da die Verwendung jedoch recht auf wendig sei, ist sie heute nicht mehr so stark nachgefragt.

Auch Hautarzt Lutz-Uwe Wölfer bestätigt, dass man eher auf Kühlung setzen sollte, als auf allerlei Hausmittel. "Hat die Mücke erstmal gestochen, dann kann man nicht mehr viel machen," sagt er. Wie groß der Stich wird und wie sehr er juckt, hänge von der Menge des Mückenwirkstoffes ab sowie von der gestochenen Stelle. Wer dem Juckreiz nicht widerstehen kann, sollte jedoch eher Reiben statt Kratzen. "Wer kratzt erhöht das Risiko von Infektionen," erklärt der Hautarzt. Um Stiche zu vermeiden, rät der Arzt pragmatisch: "Wer besonders empfindlich ist, sollte Feiern oder Ähnliches in der Nähe von Gewässern meiden." Zudem empfiehlt sich das tragen langer, heller Kleidung sowie der Schutz mit Mückenspray für die freiliegenden Hautpartien. "Sollten die Symptome wie Juckreiz und Schwellung jedoch über Tage anhalten und schlimmer werden, sollte man einen Arzt aufsuchen," ergänzt Lutz-Uwe Wölfer.

Extra-Tipp: Sticht einen die Mücke auf den Unterarm, kann sich der Geneigte auch den Spass machen sie platzen zu lassen. Wer seinen Arm umfasst und eindreht, spannt die Haut so sehr, dass das Signal zum Beendigen des Saugreflexes unterdrückt wird. Und die Mücke saugt, bis sie platzt.