Dass er diesen "Traumberuf" ergreifen konnte, ist für ihn ein Glückstreffer gewesen. Ursprünglich hat er mal den Beruf des Elektrikers erlernt, später auch den Elektroniker. Er war beim Messtrupp, der Schutzeinrichtungen für Hochspannungsleitungen reparierte. Möglichst sofort, wenn was kaputt ging. Eine Stunde Ausfall kostete schon zu DDR-Zeiten 40 000 Mark. Ein Job rund um die Uhr, mit Bereitschaftsdiensten, auch am Wochenende. Das vertrug sich schlecht mit der Leidenschaft, die ihn umtrieb, mit der Musik. Sigurd Noack spielt Bass, den Kontrabass. Mit der Band "Airport" waren sie in den Achtzigern sogar Förderband des Bezirkes Cottbus. Sie spielten eine Mischung aus Jazz und Rock, viel Eigenes. Aber es gab die ständigen Unvereinbarkeiten zwischen Beruf und Hobby: Bereitschaftsdienste contra Auftritte mit der Band. Er hörte als Elektroniker auf und suchte. Drei Jahre arbeitete er im damaligen Kaufhaus, machte die Ausbildung als Verkaufsstellenleiter nach und war trotzdem nicht glücklich. Einmal spielte die Band im Jazzklub des "Theaters der Bergarbeiter". Und da hat "Sigi" den Leiter der Tonabteilung (das war damals Udo Heuberger, der heute das Künstlerische Betriebsbüro leitet) einfach gefragt: "Habt ihr hier nicht einen Job für mich?" Und sie hatten! Das Theater suchte gerade einen weiteren Tontechniker. Das passte, und passt seit inzwischen 20 Jahren bis heute, auch wenn sich seitdem viel, nicht nur der Name des Theaters, verändert hat. Lachend erzählt Sigurd Noack, wie er damals aus dem Staunen nicht herauskam, dass man sein Hobby wirklich zum Beruf machen kann. Am Anfang gab es eine Weiterbildung am Deutschen Theater in Berlin, parallel dazu arbeitete Sigurd Noack aber schon an der ersten Inszenierung für das Senftenberger Theater mit. Das war "Was heißt hier Liebe". Viele folgten. Aber die Liebe zum Beruf, zur Musik, zum Produzieren von Tönen und Geräuschen blieb. Bis heute nimmt er Geräusche lieber immer wieder neu auf, greift selten auf "Konserven" zurück. Lange spielte er außerdem "nebenbei" als Musiker auf der Bühne im Theater mit - für Sigurd Noack eine glückliche Zeit. Esther Undisz