Der Ansturm in der letzten Woche vor den Feiertagen hat den Händlern in Berlin und Brandenburg das Weihnachtsgeschäft gerettet. In den ersten Wochen des Dezembers hatten die Händler noch über schleppende Absätze geklagt. Doch etwa eine Woche vor Weihnachten begann dann der Ansturm auf die Geschäfte, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB), Nils Busch-Petersen.

Dank des starken Endspurts gab es beim Umsatz in Berlin "einen Hauch von Plus" gegenüber dem Vorjahr. Die Menschen in Brandenburg gaben nicht ganz so viel Geld aus, wie im vergangenen Jahr. Die endgültigen Zahlen stehen noch nicht fest - erst im Lauf der nächsten Woche liegen alle Zahlen vor.

Ein Trend ist deutlich: Die Deutschen haben in diesem Jahr so viele Geschenke im Internet bestellt wie noch nie. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet beim Online-Umsatz in diesem Jahr mit einem Wachstum von zehn Prozent, so HDE-Geschäftsführer Kai Falk. Einzelne Händler berichteten demnach sogar von einem noch deutlich stärkeren Anstieg der Umsätze. "Die großen Gewinner waren in diesem Jahr Uhren und Schmuck", sagte Falk. Aber auch Spielzeug, Tablet-PCs und Smartphones liefen gut. Schlechter sah es in den Modeläden aus: Winterkleidung und Wintersportbekleidung wurden im Vergleich zum Vorjahr nur wenig gekauft. Falk macht dafür das warme Wetter der vergangenen Wochen verantwortlich.

Zwischen 2005 und 2010 ist der Online-Umsatz im Weihnachtsgeschäft nach Angaben des HDE von 3,6 auf 5,9 Milliarden Euro angestiegen. Für 2011 erwartet der Handel einen weiteren Anstieg auf 6,5 Milliarden Euro. "Auch in den kommenden Jahren wird der Online-Umsatz im Weihnachtsgeschäft rasant wachsen", so Falk. Einkaufen im Internet sei heute unkompliziert und sicher.

Im Weihnachtsgeschäft wächst der Online-Umsatz den Angaben zufolge viel schneller als der Umsatz des Handels insgesamt: Für 2011 rechnet der HDE im Weihnachtsgeschäft mit einem Wachstum von 1,5 Prozent. 2010 hatte der Verband für November und Dezember Umsätze von insgesamt 76,8 Milliarden Euro vermeldet.

Davon profitierten auch die Paketdienste. So hat die Post-Tochter DHL im Weihnachtsgeschäft fast ein Fünftel mehr Pakete zugestellt als im Vorjahreszeitraum. Die Menge stieg um rund 17 Prozent, wie ein Sprecher des Bonner Unternehmens bestätigte. In der Woche vor Heiligabend habe DHL täglich sechs Millionen Pakete verschickt. Das seien doppelt so viele wie an normalen Tagen und ein Rekordwert. Die Konkurrenten Hermes und DPD verzeichnen jeweils ein Plus von sechs Prozent.