Nach dem neuen Familienrecht von 1993 müssen sich Paare bei der Hochzeit nicht mehr auf einen Familiennamen einigen - jeder kann seinen Geburtsnamen behalten. Aber auch wenn sich für einen gemeinsamen Familiennamen entschieden wurde, gibt es viele Kombinationsmöglichkeiten. Da gilt es zu überlegen, welche Variante die richtige ist.

Lausitzer setzen auf Tradition

In der Lausitz wissen die meisten Heiratswilligen bereits bei der Anmeldung der Hochzeit beim Standesamt, welcher Familienname gewählt wird. Darauf weist Dagmar Vogler vom Standesamt Lübbenau/Vetschau hin.

Auffällig ist, dass die traditionelle Namensvariante - die Frau trägt künftig den Namen des Mannes - in Brandenburg und Sachsen immer noch am häufigsten gewählt wird. "Allerdings nimmt die Verwendung von Doppelnamen zu. Vor allem Frauen machen davon Gebrauch", erklärt Dagmar Vogler. Die Gründe dafür seien vielfältig. So werde oftmals auf Doppelnamen zurückgegriffen, wenn bereits Kinder mit in die Ehe gebracht werden. "Auch Geschäftsbeziehungen hängen oft vom Namen ab. Deshalb trennen sich Frauen ungern von ihm",sagt die Standesbeamtin.

Doppelnamen im Kommen

Ähnliche Erfahrungen macht auch Ina Engler vom Standesamt Cottbus: "Vorrangig wird noch der Name des Mannes als Familienname verwendet. Von den rund 300 Eheschließungen jährlich macht das mehr als die Hälfte aus. Aber die jungen Frauen werden immer aktiver." Denn der Name der Frau werde immer häufiger als Ehename bestimmt. Auffällig sei außerdem, dass in Cottbus viele Partner in der Ehe ihren jeweils alten Namen behalten - vor allem bei älteren oder noch sehr jungen Paaren. Für die Standesbeamtin steht fest: "Es wird bunter." Der Trend bewege sich weg von der traditionellen Namenswahl - hin zu den moderneren Varianten.

Allerdings sei diese Bewegung erst im Kleinen zu verzeichnen. Das weiß auch Silvia Karlstedt, Standesbeamtin in Hoyerswerda. Dort gab es im letzten Jahr 166 Eheschließungen. "Davon wurde in elf Fällen kein gemeinsamer Name bestimmt, elfmal wurde der Name der Frau angenommen und weitere elf Paare haben sich für einen Doppelnamen entschieden", resümiert sie. Wer heiraten möchte und sich mit der Namensfindung noch nicht sicher ist, kann sich in jedem Standesamt beraten lassen. "Fragen klären wir gern. Außerdem bekommt jeder zur Anmeldung ein Merkblatt, wo alles genau erklärt ist", erzählt Silvia Karlstedt.

Varianten für den Ehenamen

Aber welche Möglichkeiten gibt es in Deutschland für Heiratswillige? Bei der klassischen Variante nimmt ein Ehepartner den Namen des anderen an - das kann sowohl die Frau als auch der Mann sein. Auch Doppelnamen sind eine Option für den Ehenamen, die vor der Heirat besprochen werden kann. Hierbei gibt es allerdings einiges zu beachten. Denn einen Doppelnamen kann nur ein Partner annehmen: derjenige, dessen Nachname nicht als künftiger Ehename bestimmt wird. "Der Ehename kann dabei entweder hinzugefügt oder vor den bisherigen Namen angestellt werden", sagt Silvia Karlstedt. Aber auch, wenn zum Zeitpunkt der standesamtlichen Trauung noch kein Familienname festgelegt wird, bedeutet es nicht, dass dies für immer so bleiben muss. Denn auch im Nachhinein kann sich für einen gemeinsamen Namen entschieden werden. Allerdings sollten eine Wahl gut durchdacht und alle Möglichkeiten abgewogen werden. "Wenn der Ehename erst bestimmt wurde, ist dieser unwiderruflich und kann nicht mehr geändert werden", erzählt Silvia Karlstedt. Erst bei einer Scheidung kann der ursprüngliche Geburtsname wieder angenommen werden. Aber auch das Beibehalten des bisherigen Ehenamens ist dann möglich.

Regelungen bei Kindern

Werden in der Ehe Kinder geboren, sind ebenfalls einige Namensregelungen zu beachten. So kann ein Doppelname beispielsweise nicht an das Kind vererbt werden. In diesem Fall wird der vorher festgelegte Ehename der Geburtsname des Kindes. Wurde vor der Hochzeit kein gemeinsamer Name festgelegt, müssen sich die Eltern für einen Geburtsnamen entscheiden - das kann sowohl der der Frau als auch der des Mannes sein.

Zum Thema:
Eine Übersicht aller Standesämter der Region ist im Internet zu finden. Dort sind Adressen, Telefonnummern, Ansprechpartner und Webadressen vieler Standesämter zusammengefasst. www.standesamt.com