Der 1984 geborene Schauspieler war Ende der 90er-Jahre selbst Mitglied des Senftenberger Theaterjugendklubs und hat "viel Lebensfreude dabei empfunden". Auch, wenn er sehr wohl gelernt habe, dass "Theaterarbeit auch viel mit Anstrengungen zu tun hat".

Wohl auch diese eigene Geschichte ist es, die den jungen Schauspieler nun ermutigt, in der neuen Spielzeit die Arbeit mit dem Jugendklub an der Neuen Bühne zu übernehmen. Unterstützt wird er dabei vom Dramaturgen Igor Holland-Moritz (37). Die beiden jungen Männer treten dabei in große Fußstapfen. Die hat Karla Dyck gesetzt.

Als die heute 61-jährige Theaterwissenschaftlerin 1993 als Theaterpädagogin aus Berlin an die Neue Bühne nach Senftenberg gekommen war, hat sie kurz darauf den Theaterjugendklub ins Leben gerufen. "Ich hatte im damaligen Lindenauer Kinderheim und am Senftenberger Gymnasium mit Jugendlichen Stücke entwickelt, die auch erfolgreich über die Bühne gegangen sind - und bin dabei auf den Geschmack gekommen", erinnert sie sich. Sie scharrte theaterinteressierte Kinder und Jugendliche um sich und begeisterte von nun an 20 Jahre lang nicht nur diese, sondern auch das Publikum für das Theaterleben. Da wurden schauspielerische Grundlagen vermittelt, fanden Improvisationsübungen und Textarbeit statt, und es gab viele Einblicke in das Theaterleben. "Blutjung unter Aliens" hieß das erste selbst entwickelte Stück des Theaterjugendklubs, mit dem er Mitte der 90er-Jahre erfolgreich am Bundestheatertreffen in Stuttgart teilgenommen hat - und damit prompt das nächste Theaterjugendtreffen nach Senftenberg holte. Noch heute weiß Karla Dyck, wie sie die dafür notwendigen 80 000 Mark bei Sponsoren und Fördermittelgebern aufgetrieben hat. So entstanden im Laufe der Jahre Inszenierungen wie "Frühlingserwachen" oder "Lysistrata". Karla Dyck ging aber auch gern mit den Mädchen und Jungen auf Entdeckungsreise. So erinnert sie sich an das Programm "Ich denke an meinem Fenster". "Die Jugendlichen schrieben für das Programm sehr persönliche Texte und stellten sie im Malsaal szenisch vor." Später entwickelte sie mit dem Jugendklub einen Theaterabend, der sich "Wenn die Liebe schreit", nannte. Parallel dazu erschien ein Buch mit dem gleichen Titel. "Auch das war schönes Neuland für alle Beteiligten." Die Wehmut, die beim Erinnern in der Stimme von Karla Dyck mitschwingt, weicht, wenn sie darüber spricht, dass sie nun ihr Projekt in guten Händen weiß. "Man muss abgeben können - und es ist ein gutes Gefühl, wenn das auf so harmonische Weise geschieht", sagt sie.

Wie sie vor rund 20 Jahren wollen nun auch Friedrich Rößiger und Igor Holland-Moritz Neuland betreten. "Es wird ein Neuanfang werden", sagt Rößiger. Nach einem - in der Arbeit mit Jugendlichen regelmäßigen - Generationswechsel habe derzeit der Theaterjugendklub nur noch wenige Mitglieder und müsse neu aufgebaut werden. Dazu suchen die beiden Mädchen und Jungen aus der Region ab 14 Jahre. "Sie sollten vor allem Interesse am Theater haben und bereit sein, sich einzubringen", sagen sie. Und natürlich Lust aufs Schauspielern. Dem wollen sich Schauspieler und Dramaturg besonders widmen und im Februar 2015 mit dem neuen Theaterjugendklub ein erstes Stück bühnenreif haben