Senftenberg. In Oberspreewald-Lausitz haben alle Kommunen - außer Bronkow, Grünewald, Luckaitztal, Ortrand und Tettau - mit der Bevölkerungszählung (Stand 2011) auf einen Schlag weitere Einwohner verloren. Nur sieben der 25 kreisangehörigen Städte und Gemeinden spüren diesen Verlust auch in der Kasse. Das zeigt die Festsetzung der Schlüsselzuweisungen für das Jahr 2013 des Landes Brandenburg auf der Basis der neuesten Zensus-Daten (siehe Tabelle).

Lediglich Schwarzheide wirtschaftet unabhängig von den Zuweisungen des Landes, mit denen mangelnde eigene Finanzkraft per Gesetz (Finanzausgleich) ausgeglichen wird. Denn die Stadt ist nach wie vor die einzige abundante Kommune in Oberspreewald-Lausitz, also die mit ausreichend eigener Steuerkraft.

Die Lücke zwischen dem Geldbedarf für die Aufgaben der kommunalen Verwaltung und den eigenen Einnahmen wird in Senftenberg, Lauchhammer, Großrä schen, Frauendorf, Großkmehlen, Guteborn, Hohenbocka und Neupetershain größer (siehe Tabelle). Die anderen Kommunen rettet der Demographie-Faktor. Denn das Land verteilt trotz rückläufiger Bevölkerung das bisher vorgesehene Budget. Damit steigt die Pro-Kopf-Zuwendung je Einwohner für alle Kommunen im Kreisgebiet leicht an - ausgenommen Tettau (siehe Tabelle). Das kleine Dorf hat zum Stichtag (31.12.2011) einen Einwohnergewinn von 19 Bürgern zu verzeichnen. Das stärkt die Kommune von innen heraus und kostet sie ein paar Cent pro Nase von der Ausgleichsmasse aus dem Landestopf. Die wird per Gesetz verteilt, um flächendeckend annähernd gleiche Lebensverhältnisse zu garantieren.

Die erfreulichste Einwohnerentwicklung hat Ortrand zu verzeichnen. Mit einem Plus von 37 Bürgern zum Stichtag setzt sich die Kleinstadt am Fuße der Kmehlener Berge an die Spitze der wenigen Nachbarn, die zulegen konnten. Bürgermeister Ingo Senftleben (CDU) zeigt sich erfreut - allerdings verhalten. "Ich bin jetzt seit dem Jahr 1999 in der Politik dabei und stelle schon einen Wandel zu einer gewissen Grundzufriedenheit fest", sagt er. Die Stadtentwicklung trage sicher dazu bei. Ortrand hat zuerst den Wirtschaftsstandort gestärkt, die Verkehrsadern zum Industrie- und Gewerbestandort flott gemacht. Dann ist in die Bildung, in das Schulhaus und den Kindergarten, kräftig investiert worden. Nunmehr wird weiter an den weichen Standortfaktoren - derzeit den Vereinshäusern - gearbeitet. Der Zensus, der nunmehr Grundlage für die Finanzzuweisungen ist, hat Senftleben wenig überrascht. Schon vor der Haushaltsdebatte hatte der Bürgermeister zufrieden festgestellt, dass der Anteil der Unter-18-Jährigen an der Einwohnerschaft wieder stetig zunimmt.